Weingut Dr. Frey

Kräutrigkeit und Leichtigkeit im biologischen Anbau

Es gibt da einen peppigen Spruch, der da lautet “Alles Öko oder was? Klar, ist doch Logisch! “ Und für Katharina und Cord steht der Ökoweinanbau auf ihrem Saar-Weingut, Mitgliedsbetrieb von ECOVIN vollkommen außer Frage.

Tor zum Weinkeller des Weingutes Dr. Frey.

Das Weingut

Nähert sich der Besucher dem Weingut, fährt er auf eine verwinkelte kleine Straße, die ihn aus der Innenlage von Kanzem hinführen auf einen von Bäumen und Gebüsch abgeschirmten Gebäudekomplex, dem klein-gedrungenen traditionsreichen Wohngebäude, Grünflächen mit eingezäunten Hühnergehege, einem weiträumigen gepflasterten Hof und dem gemütlichen Wohngebäude gegenüber beherrscht die futuristisch anmutende einstöckige Glas-Holz-Vinothek die Szenerie, beiläufig ergänzt von Betriebsgebäuden mit Unimog und Traktor und anderen weinbaulichen Geräten.

Guthaus des Weingutes Dr. Frey mit Bäumen und Wolken am Himmel.

Blick vom Hof des Weingutes auf Kanzem und den Kanzemer Sonnenberg.

Blick vom Hof des Weingutes Dr. Frey auf Kanzem und den Weinberg Kanzemer Altenberg. Vorne befindet sich ein Weg. Rechts ist ein Baum auf einer Wiese mit Steinen.

Blick vom Hof des Weingutes auf Kanzem und den Kanzemer Altenberg.

“Schön, dass Ihr da seid!” begrüßen uns Katharina und Cord, laden uns ein in die Vinothek, und erläutern uns eingehend beim gleichzeitigen Genuss ihrer Rieslinge, warum Öko so logisch ist.

Kräuter & Wissenschaft im Steilhang

Wir tauchen ein in die faszinierende Welt des wissenschaftlich begründeten Weinanbaus, wo mit Akribie aber auch Experimentierfreudigkeit, begleitet von Bodenkundlern der Universität das faszinierende Wechselspiel von Kräutern in ihren Steilhängen untersucht wird. Kräuter und Weinreben, wurde herausgefunden, konkurrieren um Wasser, einerseits, aber es gibt offensichtlich positive Auswirkungen auf die die Weinqualität.

Oregano und weitere Kräuter zwischen den Weinreben, hemmen die Bodenerosion, erfreuten die Insekten, und es wächst zudem ein einzigartiger standorttypischer Wein, nämlich Riesling und Weißburgunder heran. Und auf den Mauern in den Steillagen huschen die Eidechsen hinweg: dem Klimawandel entgegenwirken mit tieferen Sinn für die komplexen Zusammenhänge des Boden- und Tierlebens, wissenschaftlich begründet indes mit Leidenschaft für die höchst anspruchsvolle Weine.

Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, uns dies in den Wawerner Jesuitenberg, den wir mal besucht haben – durchschwitzt in der Sommerhitze und zu vergegenwärtigen.

In den Weinbergszeilen des Wawerner Jesuitenbergs werden auch bewusst Kräuter angepflanzt.

Forschungsequipment neben Kräutern im Weinberg.

Auf den Weinbergen des Weinguts Dr. Frey lassen sich die seltenen Ödlandschrecken finden so auch hier auf dem Wawerner Jesuitenberg

Seltene Ödlandschrecke.

Ausblick vom Weinberg Kanzemer Sonnenberg auf den Weinberg Wawerner Jesuitenberg und den Ort Wawern. Dort befinden sich die Parzellen des Weingutes Dr. Frey. Vorne befindet sich ein roter Steinweg. Am Himmel scheint die Sonne und sind Wolken vorhanden.

Kanzemer Sonnenberg im Vordergrund & Wawerner Jesuitenberg in der Mitte rechts.

Die Weinberge: Wawerner Jesuitenberg, Kanzemer Sonnenberg & Saarfeilser Marienberg

Ja, und dementsprechend gewürdigt werden die Dr. Frey Weine: so von CERVIM, einem europaweiten Netzwerk zur wissenschaftsbasierten Förderung von Weinanbau in Berg- und Steilstlagen. So erhielt der WAWERNER JESUITENBERG 2017 eine ausgezeichnete Bewertung (Hier Link CERVIM einbauen) Der kleinteilige Weinanbau in Berglagen ist Garant dafür, dass standorttypische und der Tradition eingebundene Weine kreiert werden, die eine unverwechselbaren Eigencharakter des Terroirs und des in ihm verwurzelten Weinbauer aufweisen. 

Dabei bewirtschaftet das Weinberg drei exzellente Einzellagen:

Dieser steile Einzellage liegt an einem warmen Hang neben dem Saarkanal. Das Wawerner Tal ist ein warmes Seitental, welches optimale Bedingungen für den Riesling-Anbau liefert. Am unteren Ende baut das Weingut Dr. Frey auch Weißburgunder an.

In diesem Weinberg befinden sich auch die wissenschaftlichen Testparzellen, in denen der Kräuteranbau zwischen den Rebstöcken getestet wurde. Dabei stellte eine Gruppe von Forschern, zu den auch Cord Treseler selbst gehört, fest, dass das Experiment wohl erst Früchte getragen hat. Die Kräuter verdrängen schädliche Unkräuter zwischen den Reben. Außerdem wurde festgestellt, dass die Mostqualität bei nur geringfügig reduzierten Erträgen besser war1.

Diesen Weinberg erkennt man auf dem Bild oben im Vordergrund. Dort befinden sich einige der spannendsten Riesling-Parzellen. Besonders die süßen Auslesen zeigen ein enormes Reifepotential! Regelmäßig erhalten die Spätlesen und Auslesen vom Kanzemer Sonnenberg höchste Prämierungen in Biowein-Wettbewerben.

Saarfeilser Marienfels

Daneben bewirtschaften Katharina, Cord und Ihre Mitarbeiter noch eine kleine Parzelle direkt an der Saar gegenüber von Schoden. Diese steile Parzelle befindet sich im Saarfeilser Marienfels. Auch im benachbarten Wiltinger Schlangengraben wird ebenfalls eine Parzelle bewirtschaftet.

Eine leere Weinflasche des Weinguts Dr. Frey steht mitten in einem Bach.

PETILLANT NATUREL

Katharina und Cord, sie Hoferbin des Familienbetriebes, er der Weinwissenschaftler, haben sich verschmolzen zu einer Verbindung von bewahrender Tradition und moderner Weinforschung plus Experimentierfreudigkeit. Der naturvergorener Riesling Sekt, der Petillant Naturel vereint prickelnd wie öko?logisch! Weinkultur sein kann:

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PETILLANT NATUREL

BALANCE WAGEN

Wein-Empfehlung: Riesling vom Wawerner Jesuitenberg 2009 gereift

Dieser gereifte Riesling fällt durch dezente Fruchtaromen, die vor allem an Kernfrüchte erinnern, auf. Dies sind Aromen von Apfel, Pfirsich, Aprikose, Mango usw. Dank des roten Saarschiefers, welcher im Boden des Weinberges eine enge Beziehung mit Quarziten eingeht, entstehen im Wein komplexeste Aromen von Salzen, nassem Schiefern, Kräutern und Gewürzen. Gerade im trockenen Riesling kommen diese Aromen deutlich hervor.

Quellen und interessante Literatur

1. Dittrich, Felix & Iserloh, Thomas & Treseler, Cord & Hüppi, Roman & Ogan, Sophie & Seeger, Manuel & Thiele-Bruhn, Sören. (2021). Crop Diversification in Viticulture with Aromatic Plants: Effects of Intercropping on Grapevine Productivity in a Steep-Slope Vineyard in the Mosel Area, Germany. Agriculture. 11.

Universität Trier (2021): Besserer Wein durch Oregano und Thymian.