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Weingut M. Schömann

Porträt von Martin Schömann

Biodynamik im Weingut M. Schömann

Eins ist der Moselwinzer aus Zeltingen gewiss nicht: Ein gläubiger unbedingter Jünger von Rudolf Steiner, dem Begründer und Guru der Anthroposophie. Eins aber sicherlich: Jemand, der erkannt hat, dass ökologischer Weinanbau nicht nur eine Sache der Vernunft ist, sondern auch eine geistige Dimension hat.
Er genießt mit seinen Gästen den weinseligen Plausch, ja, unzählige Male hat er, und er tut es immer wieder, durchgeistigt erzählt, wie er es nicht mehr aushalten konnte: Inmitten des atemberaubenden Sprühnebels im Weinberg, was angeblich die Reben schützen sollte, er aber nach Luft rang.

Demeter — klare Vorgaben

Da vollzog er eine radikale Kehrtwende hin zum Anbau von Weinbau entsprechend der Demeter-Kriterien* (Linkverweis zu Demeter-Weinanbau), den strengsten innerhalb der verschiedenen Öko-Weinvorschriften.

Weltweit wenden insgesamt 800 Winzerbetriebe diese extrem strengen Demeter-Kriterien auf der Grundlage der durchaus Anschauungen des biodynamischen Anbaus von Rudolf Steiner an.
Eines ist indes nicht umstritten: Jeder Demeter-Weinanbaubetrieb lässt sich vertrauensvoll auf die jeweils individuellen Terroirs – Boden und Klima und Jahrgänge, die ihm anvertraut werden.

Direkt zu den Weinen:

Porträt von Martin Schömann

Martin Schömann ist großer Riesling-, Spätburgunder- und Frühburgunderfan.

Zwei Gläser Riesling beim Weingut M. Schömann in Zeltingen
Und jeder Gast, der im Weingut Martin Schömann einen Schoppen aus den Lagen wie z. B. der Zeltinger Sonnenuhr genießt, der genießt keinen manufakturierten Riesling, sondern einen Tropfen aus Trauben, wie sie die Göttin Demeter erlaubt heranzuwachsen.
Diesem kosmisch-göttlichen Rhythmus fühlt sich das Zeltinger Urgestein verpflichtet, dies schmeckt der Weinfreund unverfälscht bei den Zeltinger Demeter-Weinen heraus.

Und dieser erdverbundenen weilseligen Spiritualität fühlt sich Sohn Stephan, ohne viel Aufhabens davon zu machen, zutiefst verpflichtet.

Ein Traditionsbetrieb über Jahrhunderte hinweg

Stahlbögen an Eichenfass im Weingut M. Schömann

Der Weinbau-Betrieb besteht schon seit dem 16. Jahrhundert. Seitdem hat man alle Aufs und Abs der Mittelmosel miterlebt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Anbau von Riesling durch den Trierer Erzbischof Clemens Wenzeslaus (1739-1812) verordnet. Auf diese Rebsorte setzt das Weingut auch heute noch beinahe ausschließlich. Von 1799 bis 1814 erlebte Martins und Stephans Vorfahren, wie Napoleon (1769-1821) und die Franzosen den Weinbau an der Mosel bis heute beeinflussen sollten. Die kirchlichen Weingüter wurden enteignet, wodurch die bis heute noch sehr kleinteiligen Strukturen entstanden.

Nach schweren Krisen gab es Schömann-Weine auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem sogenannten „goldenen Zeitalter des Moselweins“, zum Genießen. Die beiden Weltkriege, die Weltwirtschafskrise und das deutsche Weingesetz von 1971 sowie das daraus resultierende „dunkle Zeitalter“ des deutschen Weinbaus hinterließen auch beim damaligen mit Wein handelnden Unternehmen „Schömann-Fink“ schwerwiegende Folgen. Der Weinhandel wurde in den 1990ern nahezu komplett aufgelöst. Stattdessen verwendete man alle Ressourcen auf das Weingut. Es folgte eine starke Verkleinerung.
Stahlbögen an Eichenfass im Weingut M. Schömann
Alte Weinflaschen welche im Weinkeller des Weinguts M. Schömann

Der Weinkeller

Eine weitere Besonderheit ist der Jahrhunderte alte Tropfstein-Weinkeller. Dieser wurden einst von den Vorfahren in den Schieferuntergrund gehauen. Dort entspringt mitten im Keller entspringt eine Quelle, sodass ein sehr kleines Bächlein durch den Keller verläuft. Dabei reihen sich links und rechts ältere und neuere Eichenfässer aneinander.

Martin und Stephan Schömann probieren in ihrem Tropfstein-Weinkeller ihre Rieslinge aus den alten Weinfässern.

Martin & Stephan überprüfen den Reifeprozesse der Rieslinge aus den Eichenfässern.

Da die Weine ausschließlich mit spontanen, also natürlich vorkommenden Hefen aus dem biologischen Weinberg und dem unvergleichbaren Weinkeller vinifiziert werden, verstärkt dies den intensiven Weinstil. Schließen bauen diese Hefen den Zucker ab und wandeln ihn in Alkohol um. Dieses Prozesse sind mitentscheidend für den späteren Wein, den wir so gerne genießen.

Martin und Stephan Schömann probieren in ihrem Tropfstein-Weinkeller ihre Rieslinge aus den alten Weinfässern.

Martin & Stephan überprüfen den Reifeprozesse der Rieslinge aus den Eichenfässern.

M. Schömann Rieslinge

Eine Auswahl von Martins und Stephans Weinen, welche sie uns empfohlen haben, findet man im nachfolgenden Abschnitt. Es sind Rieslinge aus den Einzellagen Zeltinger Himmelreich, Zeltinger Schlossbergberg und der besten Lage, der Zeltinger Sonnenuhr.

Ausgezeichnete Weine

Das Weingut ist mehrfacher Staatsehrenpreisträger. Diese Auszeichnung wird vom Land Rheinland-Pfalz vergeben. Auch wenn Martin kein großer Fan von Prämierungen ist, und die Weine daher selten für solche Verkostungen bereitstellt, erhalten die Rieslinge, wenn sie denn verkostet werden oft höchste Auszeichnungen. Auch Sommeliers aus aller Welt sind immer wieder von der Weinqualität verzückt. Daher findet man die Weine auch in den skandinavischen Ländern sowie in den Vinotheken New Yorks und Tokios.

Die Weinberge

Das Weingut bewirtschaftet hauptsächlich drei Weinberge: Zeltinger Sonnenuhr, Zeltinger Schlossberg und Zeltinger Himmelreich. Da auf Spritzmittel verzichtet wird, ist die Arbeit häufig aufwendiger und geht mit deutlich weniger Ertrag einher. Im Weinberg achtet Stephan seit einigen Jahren vermehrt auf die Pflege der Riesling-Rebstöcke. Selbst im Winter findet man ihn dort häufig vor. 

Die saubere Arbeit in den Steilhängen ist entscheidend, um die bestmögliche Traubenqualität zu gewährleisten. Von allen Arbeiten ist diese sicherlich auch die Mühsamste. Schließlich, stellt sich nicht jeder gerne, unabhängig vom Wetter in die steilen Hänge und schneidet Reben zurecht oder bearbeitet den Boden. 

Winzer Stephan Schömann

Stephan Schömann geht in der Arbeit im Weinberg und im Keller auf.

Man blickt auf das Moseltal mit dem Fluss Mosel in der Mitte. Am rechten Ufer befinden sich die steilen Weinberge Wehlener Sonnenuhr und Zeltinger Sonnenuhr, Vorne rechts ist der Ort Graach. Am linken Ufer der Mosel erkennt man den Ort Wehlen. In der Mitte hinten am rechten Ufer liegt der Ort Zeltingen. Der Himmel ist stark bewölkt.