Die Altstadt von Traben-Trarbach ist geprägt vom Jugendstil. Im Hintergrund erkennt man den Trarbacher Burgberg und den Trarbacher Schlossberg​.Die Mosel fließt durch den Ort. Der Himmel ist stark bewölkt. Die Doppelstadt liegt im Bereich der Mittelmosel.

Traben Trarbach – Altes Weinhandelszentrum geprägt vom Jugendstil der Belle Époque

Der heutige Ort Traben-Trarbach an der Mittelmosel hat knapp 5600 Einwohner. Der Ort liegt 40 Kilometer von Trier und 60 Kilometer von Koblenz entfernt. Der Ortsteil Traben liegt auf der nördlichen Moselseite. Oberhalb des Ortes liegt die alte Festung Mont Royal. Trarbach liegt auf der südlichen Moselseite und wird durch das Kautenbachtal mit dem Hunsrück verbunden.

Mittelalter

Der Stadtteil Traben wurde erstmals im Jahr 820 urkundlich erwähnt. Erst im Jahr 1144 wurde Trarbach erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Im Mittelalter war der heutige Ort noch recht unbedeutend und zersplittert. Ursprünglich entstand der bebaute Bereich des Ortes in den Seiten Tälern. Von dort breitete sich der bebaute Bereich auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen zur Mosel hin aus.

Frühe Neuzeit

Im Jahr 1557 wurde Traben-Trarbach Teil der Reformation. Damals gehörte Traben-Trarbach zur Grafschaft Sponheim. Die Grafschaft beherrschte im Mittelalter große Bereiche im Hunsrück und an der Nahe. 

Da diese beschloss, zur evangelischen Kirche überzutreten, galt dies auch für das Dorf an Mosel. Dadurch entstand eine evangelische Exklave an der Mosel, die bis heute besteht. Rund herum war der Moselort von katholischen Orten des Bistums Trier umgeben.

Neuere Geschichte & Belle Époque

Beginn der preussischen Zeit

Von 1794 bis 1815 war Traben-Trarbach Teil Frankreich. Ab 1815 wurde der Ort Teil des evangelisch geprägten Preußens. Unter den Preußen wurde auch der evangelische Kirchenkreis 1817 in Traben-Trarbach errichtet. Diese diente fortan als Anlaufpunkt für Mitglieder der evangelischen Kirche in der Region. Neben Traben-Trarbach waren die Orte Andel, Burgen, Dusemond, Gornhausen, Mülheim und Veldenz genauso wie Winningen an der Terrassenmosel ebenfalls evangelisch.

Auf einem bewaldeten Berg ist eine Villa in gelber Farbe im Ort Traben-Trarbach. Am blauen Himmel strahlt die Sonne durch Wolken.

Diese Alte Villa liegt im Stadtteil Trarbach neben dem Weinberg Trarbacher Taubenhaus.

Man blickt auf die Mosel. In der Mosel spiegelt sich das Hotel Bellevue, welches im Jugendstil erbaut wurde. Daneben erkennt man weitere Gebäude am Ufer des Flusses. Im Hintergrund ist ein bewaldeter Hügel. Oben erkennt man einige Wolken.

Das Hotel Bellevue liegt am Ufer der Mosel.

Aufstieg zum Weinhandelszentrum

Die guten Beziehungen der Traben-Trarbacher zu den Preußen waren sicherlich von Vorteil beim Aufschwung der Stadt zu einem Welthandelszentrum des Weins im 191. Jahrhundert. Nur in Bordeaux wurde größere Volumina gehandelt. Von Traben-Trarbach wurden enge Handelsverbindungen zu den protestantischen Glaubensbrüdern in den Niederlanden und England aufgebaut. Die hohe Qualität und der enorme Ruf der Moselweine im 19. Jahrhundert machten die Doppelstädter zu begehrten Geschäftspartnern.

Moselwein wird wertvoller als Bordeaux-Wein

In dieser Zeit übertrafen Moselweine häufig sogar die Weine aus Bordeaux an Qualität und Renommee. Gerade über die Niederlande und England konnte der Export nach Skandinavien, Russland, die USA und viele weitere Destinationen abgewickelt werden. Die Stadt Traben-Trarbach und deren Bewohner konnten im Laufe des 19. Jahrhunderts einen enormen Reichtum anhäufen. Heute ist diese Zeit als die sogenannte „Belle Époque“ bekannt. Noch heute zeugen riesige Weinkeller, die sogenannte „Unterwelt“, und elegante Jugendstilbauten von den Zeiten der wirtschaftlichen Prosperität. Als es in Hamburg, Antwerpen oder Rotterdam große Hafenkontore gab, bestanden in der Doppelstadt Weinkontore, die ihresgleichen suchten.

Vorne fließt der Fluss Mosel. Am gegenüberliegenden Ufer erkennt man viele Bauten im Stile des Jugendstils im Ort Traben-Trarbach. Am blauen Himmel sind mächtige Wolken. Im Hintergrund sind bewaldete Hügel und Weinberge.

Barockstil

Zeugen dieses Zeitalters sind die im Barockstil erbaute Villa der Weindynastie Böcking. Das prächtige Patrizierhaus beinhaltet heute ein Museum, in dem sich die Pracht des Zeitalters erblicken lässt. Aufgrund von Stadtbränden in den Jahren 1857 und 1879 ging beinahe die gesamte mittelalterliche Bausubstanz verloren. Gerade nach dem Standbrand von 1857 wanderten viele der Weinhändler von Trarbach nach Traben ab. An deren Stelle traten die Jugendstilbauten.

Goethe und weitere Kulturschaffende besuchen die Doppelstadt

Bekannte Persönlichkeiten wie die Dichter Johann Wolfgang Goethe und Apollinaire, der Maler William Turner oder der preußische König Friedrich-Wilhelm IV. besuchten die Stadt und genossen Landschaft, Speisen und Wein.

Nach einer langen Sturmnacht kehrte Goethe im Haus Böcking, dem heutigen Mittelmosel-Museum ein.

Die meisten Sehenswürdigkeiten Traben-Trarbachs stammen wie oben geschrieben aus dem Zeitalter des prosperierenden Weinhandels im 19. Jahrhundert. Andere Bauwerke stammen aus anderen Epochen wie zum Beispiel dem Mittelalter oder der Moderne.

Moselpromenade: Sowohl am Trabener als auch am Trarbacher Ufer kann man gerade während des Sommers spazieren gehen und die seichte sowie kühlende Luft der Mosel genießen. Dabei erblickt man an beiden Ufern die Jugendstilbauten des 19. Jahrhunderts.

Im Vordergrund spiegelt sich die Traben-Trarbacher Uferpromeande mit einigen Häusern in der Mosel. Hinter der Uferpromenade liegt der Weinberg Trabener Kräuterhaus. Der Himmel ist blau.

Bauwerke: Am Trabener Moselufer befinden sich die Villa Huesgen und die Villa Nollen. Daneben erblickt man weitere Gebäude wie das Trabener Jugendstilhotel „Bellevue“, die Kellerei Julius Kayser, das Kurhotel „Parkschlösschen“, den alte Bahnhof und viele Weitere. Oft war der Berliner Architekt Bruno Möhring bei Planung und Bau um das 19. Jahrhundert herum involviert.

Brückentor: Auf dem Neubau der Brücke befindet sich ein altes Tor. Dieses im Jugendstil erbaute Gebäude wurde vom Berliner Architekten Bruno Möhring im Jahr 1899 errichtet. Heute ist es das Wahrzeichen von Traben-Trarbach.

Im Vordergrund führt eine Straße mit Zebrastreifen unter dem Trarbacher Brückentor hindurch. Am blauen Himmel erkennt man mindestens zwei größere Wolken.

Grevenburg: Oberhalb des Brückentore erblickt man am Kamm des Hanges eine alte Burgruine. Von dort regierten im 14. Jahrhundert die Hunsrücker Grafen von Sponheim ihren Randbezirk an der Mosel. Die Burg wurde von Graf Johann III. erbaut. Sie diente nicht nur als Verwaltungssitz, sondern war regelmäßig Rückzugsort in bewaffneten Gefechten. Schließlich wurde sie im Jahr 1795 von den Franzosen gesprengt. Heute kann von dort oben in einer Burgschenke den Ausblick über das Moseltal genießen.

Auf einem steilen und felsigen Berg liegt die Grevenburg oberhalb von Traben-Trarbach. Der steile Berg ist mit Bäumen in herbstlicher Färbung bewachsen. Der Himmel oberhalb der Burg ist stark bewölkt.

Museen: Obwohl die Stadt vergleichsweise klein ist, beherbergt sie mehrere Museen. Rund um den Platz beim alten Stadtturm findet man das Haus der Ikonen, das Mittelmosel-Museum, das Fahrradmuseum, das Zeitreise-Museum, das Schuh Styling Museum und das Buddha-Museum.

Man erkennt ein Gebäude aus Schiefersteinen, welches drei Türme hat. Es ist das Buddha-Museum in Traben-Trarbach. Hinter dem Gebäude ist ein bewaldeter Hügel. Am blauen Himmel ist eine große Wolke links.

Unterwelt: Noch heute lassen sich die bis zu über 100 Meter langen Weinkeller aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besichtigen. Die über 100 Weinhändler der Doppelstadt benötigten ständig neuen Raum um die Fuder die von der Mosel eingekauft wurden kühl zu lagern. Dort wurden auch die Trauben der umliegenden Weinberge zu Weinen ausgebaut. 

Noch heute nutzen viele Weingüter die klimatischen Bedingungen ähnlicher kleinerer Kellergewölbe zum Ausbau ihrer Weine in Eichenfässeren. Oft greifen spontanvergorene Weine zumindest teilweise auf Hefekulturen zurück, die aus dem Weinkeller kommen. Zu diesem Zwecke wurde unter der umfassende Kellersysteme geschaffen. Schließlich war der Platz Häusern oder Weinbergen vorbehalten, sodass man unter die Erdoberfläche auswich.

Festung Mont-Royal: Oberhalb des Weinbergs Königsberg stand einst eine französische Festung (siehe nachfolgendes Bild). Die Offiziersstäbe des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. schätzten die Moselschleife an der Doppelstadt als strategisch wichtige Position ein. Der Standort lag fast 200 Meter über der Mosel. Daher wurde im Jahr 1687 beschlossen dort eine Festung hinter dem Ortsteil Traben zu errichten. Die Zitadelle umfasste knapp 50 Hektar und war mit über 100 Geschützen bestückt. Die Besatzungsstärke lag bei 12000 Mann zu denen sich 3000 Pferde gesellten. 

Die Festung hatte des Status eines Hauptquartieres innen und war zentraler Bestandteile der französischen Verteidigungslinie. Diese gigantische Festungsbauwerk mit dem auch eine eigene Stadt entstehen sollte, wurde nach dem Frieden von Rijswijk schon im Jahr 1698 wieder geschliffen. Heute findet man die Überreste der Festung von Bäumen und Pflanzen überwuchert im Wald.

Vorne fließt die Mosel. In dem Fluss Mosel spiegeln sich das Ufer, die Bäume und der Weinberg im Hintergrund. Die Sonne geht am Himmel unter, sodass der Himmel in orange und blau gefärbt ist. Man erkennt außerdem einige Häuser.
IVorne links befindet sich der Weinberg Trarbacher Burgberg. In der Mitte sieht man die Häuser und die Kapelle sowie die Pilgerherberge in Traben-Trarbach. Im Hintergrund rechts erkennt man den Weinberg Trarbacher Schlossberg. Von dort stammt der Traben-Trarbacher Wein. Im Hintergrund sind auch bewaldete Hügel. Am Himmel sind viele und große Wolken.

Vorne links liegt das Schottbachtal. Hinter dem Hügelkamm in der Mitte liegt das Kautenbachtal.

Die Weinbau-Gemeinde Traben-Trarbach nennt einige der besten Lagen an der Mittelmosel ihr eigen. Nachdem viele Weinberge brach lagen oder nur bedingt qualitätsfokussiert bewirtschaftet wurden, hat sich seit den 90er Jahren ein positiver Trend festgesetzt. Alte Toplagen wie der Hühnerberg sind wieder bestockt worden und es wird verstärkt auf Qualität geachtet. Heute werden rund 100 Hektar bestockte Rebflächen dem Ort Traben-Trarbach zugeordnet. Der Ort ist Teil der Großlage Schwarzlay, welche die Weinbaugemeinden sowie deren Weinberge von Ürzig bis zum Ort Burg umfasst.

An den Hängen rund um die Doppelstadt findet man vor allem die Rebsorte Riesling. Die steilen Weingärten an der Mosel und an den Seitentälern bieten sowohl klimatisch als auch geologisch sehr gute Bedingungen. Es ist nicht zu kühl und nicht zu warm. Die Devonschieferböden verleihen den Rieslingen ihre moseltypische Mineralität und Komplexität.

Trarbacher Weinberge

Dem Ortsteil Traben werden drei sogenannte Einzellagen zu geordnet. Insbesondere die Westhänge des Trabener Würzgartens am Ufer der Mosel versprechen hochwertige Rieslinge.

Trabener Weinberge

Komplexe und filigrane Weine entstehen in den kühlen Seitentälern des Kautenbachtals und des Schottbachtals.

9. Trarbacher Kreuzberg

Karte der Traben-Trarbacher Weinberge und der Festung Mont-Royal

Man sieht eine Weinbau-Karte des Ortes Traben-Trarbach. Dort sind elf Weinberge eingezeichnet von denen der Traben-Trarbach Wein stammt.

Traben-Trarbach Wein

Riesling

Gerade an den Steilhängen wird vornehmlich Riesling gepflanzt. Die Schieferböden und Steilhänge bieten optimale Voraussetzungen für diese Rebsorte. An den Steilhängen an der Mosel fallen die Weine aus Traben-Trarbach etwas schwerer aus. Das heißt, dass die Weine in Hinsicht auf die Geschmacksempfindung etwas wuchtiger sein können. 

In den Seitentälern wie z.B. dem Kautenbachtal oder dem Schottbachtal werden die Rieslinge meist etwas leichter. Das bedeutet nicht, dass die Weine dort von schlechterer Qualität sind. In Sachen aromatischer Komplexität oder Länge im Abgang können die Weine genauso gut sein! Die Geschmacksempfindung ist einfach nur etwas dezenter.

Weitere Rebsorten

Weitere Rebsorten, die man rund um Traben-Trarbach findet sind z.B. Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder oder Spätburgunder. Gerade letztere Rebsorte kann auf den Schieferhängen ebenfalls sehr gute Resultate erzielen. Auch wenn man mit Traben-Trarbacher Wein vor allem Riesling in Verbindung bringt, gibt es auch aus anderen Rebsorten spannenden Tropfen zu entdecken!

Quellen & interessante Links