Weinberg Sausenheimer Honigsack beim Sonnenuntergang am frühen Abend. Am blauen Himmel der Weinregion Pfalz sind Wolken. Man erkennt einige Bäume auf dem Weinberg von dem bekannte Pfälzer Weine kommen.

Die Weinregion Pfalz

Toskana Deutschlands & Wiege der deutschen Demokratie

Nirgendwo findet man so umfassende Riesling-Flächen wie in der Pfalz (5.865 Hektar)1. In Bad Dürkheim findet jährlich das größte Weinfest statt. Mit der deutschen Weinstraße liegt die bekannteste und erste Weinroute ebenfalls in der Pfalz. Schließlich lieben es die Pfälzer, im Sommer Ihrem Wein vor Ihren beinahe schon mediterran anmutenden Sandsteinhäusern zu frönen.

Pfälzer Weinkultur

Nirgendwo in Deutschland ist die Weinkultur, zu der einzigartige regionale Speisen gehören, so ausgeprägt wie in dieser Weinregion. Orte wie Wachenheim, Kallstadt, Deidesheim oder Bad Dürkheim geben den Besuchern das Gefühl in einer deutschen Provence oder Toskana zu sein. Die sommerliche Wärme, die Architektur, die Zypressen, Zitronenbäume und Feigenbäume verstärken dieses mediterrane Gefühl.

Die drei Bereiche der Weinregion Pfalz

Die Pfalz als Weinregion unterteilt sich in drei Bereiche, das Leiningerland, die nördliche Mittelhaardt und die südliche Weinstraße. Das Leiningerland erstreckt sich rund um Grünstadt bei Worms. Es ist nach dem Adelsgeschlecht der Leininger benannt, die das Gebiet einst beherrschten. Häufig wird das Leiningerland auch Teil des Mittelhaardt betrachtet. Die Grenze zwischen zwischen Mittelhaardt und südlicher Weinstraße bildet Neustadt an der Weinstraße. 

Von dort erstreckt sich der Mittelhaardt über die Orte Deidesheim, Bad Dürkheim, Kallstadt, Kirchheim, Grünstadt bis hin zum Zellertal. Rund 6500 Hektar sind dort mit Reben bestockt. Die südliche Weinstraße dehnt sich von Neustadt über Duttweiler, Böchingen, Landau, Bad Bergzabern über Schweigen-Rechtenbach bis in das französische Wissembourg aus. Insgesamt sind rund 11.000 Hektar mit Reben bestockt.

Deutsche Weinstraße

Die Verbindung zwischen der Mittelhaardt und südlicher Weinstraße wird durch Deutsche Weinstraße geschaffen. Sie reicht von Bockenheim nahe Worms nach Schweigen-Rechtenbach. Dabei hat die Strecke Länge von 85 Kilometern. An der Strecke liegen 130 Weinorte.

Mehr Informationen über die Orte Schweigen-Rechtenbach und Wissembourg gibt es in folgendem Blog-Beitrag: Ausflug in die Südpfalz & nach Wissembourg (dt. Weißenburg).

Weinbau-Karte der Pfalz

Pfalz-Weinregion: Überblick

Geografie:

Östliche Rheinebene vom französischen Ort Wissembourg bis nach Monsheim nahe Worms.

Klima:

Durchschnittlich 8,2 – 10,5 °C im gesamten Jahr und rund 15 bis 16 Grad in der Vegetationsperiode.

Böden:

Buntsandstein, kalkhaltige Lehm- und Tonböden, Mergel- und Keuper-Böden, eingestreuter Muschelkalk; Granit-, Porphyr- und Schiefertoninseln

Rebfläche:

23.684 Hektar2

Rebsorten:

Riesling (24,9%), Dornfelder (12,1%), Grauburgunder (7,7%), Müller-Thurgau (7,6%), Spätburgunder (7,1%), Portugieser, Weißburgunder, Kerner und Chardonnay.3
Ruinen von altem römischem Weingut bzw. alter Römervilla am Weilberg in der Pfalz mit Weinberg und bewölktem Himmel. Dort wurden einst vermutlichen eingige der ersten Pfalzweine hergestellt.

Gemäuer des römischen Weinguts bei Ungstein am Weilberg.

Geschichte des Pfälzer Weins

Kelten

Dem Weingenuss hatten sich wohl schon die keltischen Fürsten vor 2500 Jahren verschrieben. Sie nahmen Weinamphoren, Kannen und Becher bis mit in ihr Grab. Solche Gräber wurden in Rodenbach und Bad Dürkheim gefunden. Damals wurde der Wein noch aus der Mittelmeerregion importiert.

Erste Reben zur gezielten Kultivierung und Herstellung von Pfalzwein kamen mit den Römern. Um das Jahr 50 n. Chr. wurde der Rhein die Grenze des römischen Reiches. Schon der Name Pfalz hat einen römischen Ursprung. Der Name ist vom lateinischen Wort Palatium hergeleitet, was Palast bedeutet. Der Name ist jedoch an einen der sieben römischen Hügel angelehnt, nämlich den Palatin. Dort hatte einst Kaiser Augustus seinen Sitz. Im Jahr 1981 wurde bei Ungstein ein römisches Kelterhaus auf dem Weilberg freigelegt.

Franken im frühen Mittelalter

Nachdem das römische Reich zusammenbrach, wurde der Weinbau durch die Franken weitergeführt. Unter ihnen das Keltern von Pfalz-Weinen vor allem durch die vielen Klöster durchgeführt. Dank zahlreicher Schenkungen der fränkischen Fürsten weiteten sich die Besitzungen der geistlichen Herren immer weiter aus. Aufgrund der großen Weinproduktion westlich des Rheins wurde linksrheinische Teil des heutigen Deutschlands im Vertrag von Verdun 843 dem ostfränkischen Reich zugeschlagen. Damit sollte die Weinversorgung sichergestellt werden.

Mittelalter

Im Mittelalter war die Region als Königspfalz bekannt. Solche Pfalzen dienten den umherreisenden Königen als lokale Stützpunkte.
Es war wichtig regelmäßig Präsenz vor Ort zu zeigen, damit die Macht bewahrt werden konnte. 1490 gab es außerdem den ersten schriftlichen Nachweis für Riesling-Anbau im pfälzischen Worms.

Hambacher Schloss und Demokratischer Wein

Exkurs von Richard Pestemer

Fest aus Stein gehauen

Unsere Demokratie:

Schwarz und Rot und Gold

Demokratie und Pfälzer Wein, was haben die miteinander zu tun? Im Herzlande der Pfalz, in Hambach und seinem Schloss, der Wiege der deutschen Demokratie, sind beide – Demokratie und Pfälzer Wein – untrennbar ineinander verwebt. So bietet ein Hambacher Winzer einen Riesling Demokratie trocken an: ein Riesling von den Wurzeln der deutschen Republik.
Vorne ist Wiese. Links und Rechts sind Bäume. Auf der rechten Seite sind Flaggen von Deutschland und der EU. In der Mitte des Bildes befindet sich das Hambacher Schloss. Der Himmel über der Weinregion Pfalz ist blau.

Hambacher Schloss

Marsch hinauf zum Hambacher Schloss

Allerdings, es mag ja sein, dass wir als Nachkriegsgenerationen, die wir alltäglich Demokratie erfahren, diese nicht mehr als frisch und unverbraucht, sondern als eine nüchterne, somit trockene Angelegenheit vergegenwärtigen. Wobei die gegenwärtige Lage mittlerweile eher schon an die leidenschaftlichen Auseinandersetzungen aus dem Jahre 1832 und seinem großartigen Marsch der leidenschaftlichen 30.000 Demokraten hinauf zum Hambacher Schloss erinnern könnte.

Jakob Siebenpfeiffers Appell

Der Demokrat der ersten Stunde, Philipp Jakob Siebenpfeiffer rief in einem aufrüttelnden Appell die deutschen Bürger auf, endlich das vorherrschende feudale Joch abzuwerfen, um demokratische Verhältnisse zu ermöglichen:
„Wo die Fürsten die bunten Hermeline feudalistischer Gottstatthalter mit der männlichen Toga deutscher Nationalwürde vertauschen“ und „das deutsche Weib nicht mehr die dienstpflichtige Magd des herrschenden Mannes sondern die freie Genossin des freien Bürgers , unseren Söhnen und Töchtern schon als stammelnde Säuglinge die Freiheit einflößt.“
Als langgedienter Verwaltungsbeamter in verantwortlichen Positionen, in seiner eigentlichen Berufung indes Journalist sowie Poet, hatte er umfangreiche und detaillierte Einblicke und Einsichten in die soziale Lage der linksrheinischen Gebiete der Kurpfalz, die 1816 dem bayrischen Königreich zugesprochen wurden.
Hohe Zölle und Steuern, Missernten und Endemien trieben viele Menschen in den Ruin. Zudem fühlten sich die Freunde eines guten Tropfen Pfälzers Weines sowie die Winzer durch vielfältige schikanöse Abgaben und Regulierungen aus dem fernen München über Gebühr drangsaliert. Endgültig kochte die Pfälzer Volksseele dann aber über, als die Obrigkeit verbot „Holz aus dem Wald einzuschlagen“, ein uraltes verbreiftes traditionelles Recht.

Trikoloren & Winzer

So marschierten denn, die studentischen Burschenschaften voran, aufgerufen von Phillipp Jakob Siebenpfeiffer, mit deutschen schwarz-rot-goldenen Trikoloren zusammen mit freiheitsliebenden Polen und Franzosen hinauf in einem endlosen Zuge hinauf zum Hambacher Schloss. Mit dabei Winzer, die mit weithin sichtbar mit schwarzem Trauerpapier und mit schwermütigen Liedern den schlechten Absatz ihrer Rebensäfte beklagten.
Die lauthals vorgetragenen Forderungen nach einem vereinigten demokratischen Deutschland, ja Europa auch sind die ideellen Voraussetzungen für eine gedeihlichen Absatz von Pfälzer Weinen, von allen Weinen und Gütern insgesamt.
Nicht nur von Riesling Demokratie trocken, sondern für eine umfassende Vielfalt von Weinen so wie im bunten Aufmarsch der Demokraten zum Hambacher Schloss anzutreffen war. Neben dem Riesling werden in der Weinregion rings um das Hambacher Schloss Regent, Cabernet, Merlot, Dornfelder, Spät-Grau-Grün-Burgunder. Silvaner, Portugieser, Chardonnay, Sauvignon Blanc…angebaut.

Nährboden und Wiege der deutschen Demokratie

Eingebettet in einer sanft-hügeligen Weinlandschaft mit langer Weinbaukultur gedeihen in einem mediterran anmutenden Klima zudem Mandel, Feigen Esskastanien und sogar Kiwis. Eine lebendige, vielfältige einzigartige Weinkulturregion, sie war somit der ideale Nährboden für die Wiege der deutschen Demokratie.
Man erkennt den Kirchturm des Ort Kallstadt in der Weinregion Pfalz. Am Kirchturm befindet sich eine Uhr. Im Hintergrund ist eine dunkle Wolke am Himmel.

Weinberg Forster Kirchenstück.

Beginn des 19. Jhr.

Goethes Passion für Pfälzer Wein

Um 1800 herum begann eine weiter verstärkte Fokussierung auf Qualität in einigen Bereichen des Pfälzer Weinbaus. Dies resultierte in den großen Jahrgängen von 1811 und 1822. Der Jahrgang 1811 war in vielen der europäischen Weinbaugebiete ein besonderer Jahrgang. In den Jahrhunderten zuvor konnte in den Aufzeichnungen kaum ein Jahrgang mit vergleichbarer Qualität verzeichnet werden. Die verzückte sogar Goethe, der dem 1811er verfallen war:

„Setze mir nicht, du Grobian,

Mir den Krug so derb vor die Nase!

Wer mir Wein bringt, sehe mich freundlich an,

Sonst trübt sich der Eilfer im Glase.“

Dieses Gedicht verewigte Goethe im „West-östlichen Divan, nachdem er einen 1811er vom Forster Ungeheuer genossen hatte. Dieser Wein soll nachgewiesener Weise noch über 200 Jahre später genießbar gewesen sein. Folglich waren unter den herausragenden Weinen des Jahrgangs auch viele Rieslinge aus der Pfalz. In der Folge erlangten Lagen wie das Forster Ungeheuer oder der Forster Pechstein internationale Renommee.

Die Rheingau-Innovationen schlagen ein

Gerade den Weißwein-Herstellern der heutigen deutschen Weinregionen kamen damals auch die Innovationen des Rheingau zu Gute. Dort wurde der klassische deutsche Weinstil geprägt. Dabei entstanden Weinbezeichnungen wie „Cabinet“ (heute Kabinett), Spätlese und Auslese.

Die Rieslinge der Mittelhaardt rund um Orte wie Kallstadt, Deidesheim, Ungstein oder Wachenheim standen den Rieslingen der Mosel oder des Rheingaus in Sachen Ruf und Reputation in nichts nach.

Neue Herausforderungen in der Weinbergsarbeit des 19. Jhr.

Im 19. Jahrhundert musste die Pfalz mit vielen neuen Herausforderungen kämpfen. 1850 trat die Rebenkrankheit Oidium erstmals auf. Im Jahr 1860 fiel dann die Reblaus auch im Mittelrhein bei Bonn ein und hinterließ dort allerorts verwüstete Weinberge. Als die Reblaus im Jahr 1895 erstmals in der Pfalz auftrat, waren die Pfälzer schon vorbereitet. 

In der Zwischenzeit konnte am renommierten Wein-Forschungsinstitut in Geisenheim, welches im Rheingau liegt, ein Gegenmittel entwickelt werden. Der falsche Mehltau und die Pernospora traten Ende des 19. Jahrhunderts ebenfalls auf. Auch hier konnten relativ schnell Lösungen zur Bekämpfung dieser Rebenkrankheiten gefunden werden.

Vorne befindet sich der Pfälzer Weinberg Deidesheimer Grainhübel. Im Hintergrund links erkennt man Häuser eines Ortes. Im Hintergrund sind weitere Weinberge, bewaldtete Hügel und Wolken am blauen Himmel.

Deidesheimer Grainhübel Weinberg.

Die Folgen des 1. Weltkriegs

Nach dem 1. Weltkrieg kam die Pfalz von 1918 bis 1930 unter den Einfluss Frankreichs. Die wirtschaftlichen Folgen der Kriegsniederlage macht sich auch bei den Winzern der Pfalz bemerkbar. Außerdem viel das Gebiet östlich des Rheins als Abnehmer weg, da hohe Zölle den Export dorthin erschwerten. In der Pfalz folgte 1932 noch eine verheerende Missernte. 1934 und 1935 führten enorme Erntemengen zwei Jahre in Folge zu einem enormen Preisverfall.
Davon wurden gerade die, Betriebe getroffen, die den Fassweinmarkt für die Masse belieferten. Als Reaktion auf die existenzbedrohende Lage für den Weinbau wurde im Jahr 1935 die deutsche Weinstraße geschaffen. Dadurch kamen mehr Touristen in die Pfalz und die Beliebtheit des Pfälzer Weines nahm zu.

2. Weltkrieg

Während des zweiten Weltkriegs diente der Pfälzer Wein dazu, die Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten. Gerade die offenen flachen Lagen in den weiten Ebenen wurden zur Produktion genutzt. Trotz der Knappheit an Arbeit und Maschinen gelang es die Produktion aufrecht zu erhalten. Schließlich war die Kriegszeit eine schwere Krisenzeit, in der der Weinkonsum erhöht war. Innerhalb Deutschlands musste daher ein großer Teil des Bedarfs an Wein durch Importe gedeckt werden.

Nachkriegszeit

Nach dem zweiten Weltkrieg begannen große Veränderungen in der Pfälzer Weinwirtschaft. Der Weinbau in der Pfalz wurde modernisiert. 

Es kamen vermehrt Maschinen zum Einsatz und aufwendig zu bewirtschaftende Einzelpfahlanlagen wurden durch Drahtanlagen ersetzt. Die bis dahin dominierende Rebsorte Silvaner fiel Rivaner, Riesling, Portugieser Dornfelder oder auch Spätburgunder zum Opfer.
Der Fokus verstärkte sich auf die Massenweinlagen des Flachlandes. Selbst bekannte Weingüter schöpften gerne regelmäßig die Maximalträge auf Kosten der Qualität aus. Auch die Pfalz hatte mit den Skandalen in der deutschen Weinwelt zu kämpfen. Dies schadete dem Ruf der Pfälzer Weine nachthaltig. Da half auch Helmut Kohls Faible für die Deidesheimer Wein nichts. Während seiner Zeit als Ministerpräsident der Landes Rheinland-Pfalz und seiner Kanzlerzeit verkehrte er regelmäßig in Deidesheimer Lokalen.
Am Boden befindet sich Lehm. Auf dem Lehmboden wachsen Reben zur Herstellung Pfälzer Weine. Am grauen Himmel sind Wolken.

Rebstöcke im Weinberg Kallstädter Saumagen.

Pfalz-Weine seit 1990

In dieser Zeit begann langsam wieder eine Aufbruchsstimmung der Pfalz-Weine. Einige damals führende Weingüter begannen mit einer verstärkten Qualitätsfokussierung. Dabei orientierte man sich an den französischen Klassifikationen, die man aus dem Burgund kannte. Heute erhalten Rieslinge und Spätburgunder aus der Pfalz wieder Top-Bewertungen rund um den Globus. Auch in der Breite setzt sich mit jüngeren und besser ausgebildeten Winzer-Generationen die Fokussierung auf Qualität weiter durch.

Geografie

Naturräumlich erstreckt sich die Pfalz fast ausschließlich über das nördliche Oberrheintiefland. Richtung Rhein teilt sich das Oberrheintiefland in den breiten Streifen des Vorderpfälzer Tieflandes auf. Diese Bereiche sind meist flach. Weiter westlich liegt der schmale Streifen des Haardtrandes, der sich unterhalb der Hügel des Pfälzer Waldes von Grünstadt im Norden bis an die Grenze Frankreichs bei Schweigen-Rechtenbach erstreckt.
Der Haardtrand teilt sich wiederum in den Unterhaardt im Norden mit Orten wie Sausenheim und Kallstadt auf. Die Trennung zum Mittelhaardt verläuft durch Bad Dürkheim. Im Mittelhaardt liegen Orte wie Wachenheim, Forst und Deidesheim. Bei Neustadt an der Weinstraße beginnt der Oberhaardt, der sich über Hambach bis zur französischen Grenze erstreckt.
Auf dem Bild erkennt man ein Muschelkalkmassiv in der Weinregion Pfalz beim Ort Kallstadt. Auf dem Massiv sind Büsche. Oben sind Wolken am dunklen Himmel.

Muschelkalkfelsen beim Weinberg Kallstädter Saumagen.

Geologie

Das nördliche Oberrheintiefland besteht vor allem aus Löss, Lehm und Schwemmlandböden4. Dort befindet sich der Weinbau vor allem am westlichen Rand. Am Haardtrand gibt es beinahe ausschließlich Weinanbau. Nach Osten hin bestehen die Böden dort aus Kiesen, Sanden, Ton, Terrassenablagerungen und Auenablagerungen.
Direkt an den westlichen Rändern des Pfälzer Waldes liegt in mancherlei Hinsicht die interessanteren Böden. Im nördlichen Vorderpfälzer Tiefland dominieren Böden aus Kalk und Mergel. Einige Flächen bestehen auch aus rotem Sandstein. Am Mittelhaardt findet man Unterhalb von Bad Dürkheim etwas Mergel und Kalk. Von Wachenheim bis Deidesheim findet man Fluss- und Windablagerungen des Buntsandsteins, also rote Sandsteine.
Südlich bis nach Neustadt an der Weinstraße bestehen die Böden bis Neustadt an der Weinstraße meist aus Mergel. Südlich findet man nahe des Pfälzer Waldes Rote Bundsandsteine, und Rotliegendes dem rote Ton- und Sandsteine sowie Konglomerate zugeordnet werden. Diese Böden erstrecken sich bis in den Südwesten von Landau. Rund um Bad Bergzabern und Wissembourg in Frankreich befinden sich roter Buntsandstein, Kalk, Dolomit und Mergel.
Der rote Sandstein hat sich vor rund 250 Millionen Jahren gebildet. Man spricht auch von der Zeit des Buntsandstein. Diese Böden findet man vor allem an den Steil- und Hanglagen der Pfalz. Diese erleben aufgrund der Qualitätsoffensive ein Revival.
Am Ende des Tertiär entstanden die Kalkböden des Pfalz. Sie an der Oberfläche häufig durch Löss bedeckt, der ebenfalls einen hohen Kalkgehalt innehat.
Diese Muschelkalk-Gestein stammt aus der Südpfalz bei Wissembourg und Rechten-Schweigen

Muschelkalk-Gestein bei Wissembourg.

Klima

In der Vegetationsperiode können die durchschnittlichen Temperaturen rund 15 °C erreichen. In der Ebene sind die Temperaturen in der Regel höher als an den Hängen des Pfälzer Waldes. Während der Vegetationsperiode fallen rund 400mm Niederschlag. Im Süden und im Westen der Pfalz sind die Niederschläge noch etwas höher.
Jahresmitteltemperatur:

8,2 – 10,5 °C

Jahresniederschlag:

520 – 840 mm
Direkte Solarstrahlung:
665.000 WH/qm
Sonnenscheindauer:
1.550 – 1.650 Std.

Quellen & interessante Links

2. Destatis Statistisches Bundesamt: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei – Wein.

3. Deutsches Weininstitut: 2019 / 2020 – Deutscher Wein Statistik.

4. Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz:  Weinbergsböden in Rheinland-Pfalz — Steine, Böden, Terroir.

Krebiehl, Anne (2019): The Wines of Germany. Erschienen Erschienen in Infinite Ideas Limited. Ausschnitt in Google Books.

Johnson, Hugh & Robinson, Jancis (2015): Der Weinatlas. Erschienen in Hallwag.

Johnson, Hugh & Pigott, Stuart (1995): Atlas der deutschen Weine, Lagen, Produzenten, Weinstrassen. Erschienen in Hallwag-Verlag.

Habekost, Christian (2018): Gebrauchsanweisung die Pfalz. Erschienen in Piper Verlag.

Werbelow, Wulf (2017): Pfälzer Weinbuch: Namen und Herkunft der Pfälzer Weine. Erschienen in Agiro.
Bührig, Dieter (2012): Südliche Weinstraße und Pfälzerwald. Erschienen in GMEINER-Verlag.
Sonnenuntergang am Forster Pechstein, Hügel und Burgturm der Wachtenburg. Die Rebstöcke auf dem Bild im Vordergrund dienen dazu einige der besten Pfalz-Weine herzustellen.