Der Weinberg Marienthaler Trotzenberg ist ein Steilhang im Ahrtal. Dort werden Spätburgunder-Trauben kultiviert

Marienthaler Trotzenberg

Geschichte des Weinberges

Über Marienthal hinweg ziehen zwei „Rebstreifen“ geschwungen von Westen nach Osten. Sie entfalten die Wirkung eines antiken griechischen Theaters. Diese Südlage „Marienthaler Trotzenberg“ bringt opulente Spätburgunder-Meisterwerke hervor. Hier stand vor ca. 1000 Jahren eine kleine Grenzburg des Bistums Kölns. Es war die Grenze zum Gebiet des Grafen von Saffenburg. 

Lange Zeit wurde das immense Potential des Weinbergs jedoch nur unzureichend genutzt. Die Marienthaler Genossenschaft, welche mehr Wert auf Menge legte, bewirtschaftete lange Zeit den steilen und steinigen Hang. Nach der Auflösung der Genossenschaft gingen die Parzellen des rund fünf Hektar großen Weinberges in den Privatbesitz qualitätsorientierter Winzer über.

Böden

Der Hang bei der ehemaligen „Trutzenburg“ besteht überwiegend aus Grauwacke. Im oberen Bereich ist der Grauwacke-Anteil höher. Durch die enorme Steigung des Hanges rutschen vor allem die losen Steine, sowie Lehm- und Löss-Bestandteile den Hang hinunter. Daher ist der Anteil an Lehm und Löss im unteren Bereich höher.

Exposition & Klima

Da sich die Einzellage rund um den Ort Marienthal wölbt, finden sich dort Parzellen mit Ausrichtungen von Westen, über Südwesten nach Süden hin. Dadurch sammelt sich tagsüber viel Wärme am Hang, insbesondere in den unteren Parzellen nahe den Häusern des Ortes.

Dadurch ist Jahr für Jahr genügend Wärme vorhanden, um die Trauben des Spätburgunders voll ausreifen zu lassen. Diese sind die Grundlage für hochwertige Rotweine mit langem Reifbarkeitspotential.

Grauwacke auf einem Weinberg im Ahrtal
Die Spätburgunder-Trauben sind heruntergefallen
Ahrtal Spätburgunder im Glas im Kloster Marienthal. Im Hintergrund ist ein Fenster.

Marienthaler Trotzenberg Spätburgunder

Auf dem Hang des Marienthaler Trotzenberges befindet sich beinahe ausschließlich die Rotwein-Rebsorte Spätburgunder. Aufgrund des höheren Lehmanteils und der höheren Temperaturen, werden die Rotweine am unteren Ende des Hanges etwas voluminöser. Das heißt, dass sie stärkere Aromen vorweisen. Dabei geht es vor allem um die Fruchtaromen. Stärker muss in diesem Zusammenhang aber nicht besser heißen!

Im oberen Bereich werden die Weine etwas leicht. Dort oben sticht die steinige, also mineralische Komponente stärker hervor. Wichtig ist am Ende auch, dass die Weine eine gewisse Balance vorweisen. 

Heute kennt man die am puristischen Stil des Burgund orientierten knackigen sowie elegant-fruchtigen Spätburgunder von Paul Schumacher oder die eher am klassischen Stil der Ahr orientierten Spätburgunder der Weinmanufaktur Heiner. Die Pinot Noirs des Steilhanges haben mittlerweile internationale Anerkennung erfahren.

Junge Spätburgunder

Auffällig ist, dass gerade bei jungen Spätburgundern die Aromen von knackigen und frischen Erdbeeren, Himbeeren und insbesondere roten Johannisbeeren sowie Grapefruit hervorstechen. Man erkennt schon bei den jungen Weinen die Mineralität, welche den Weinen eine besondere Struktur samt erweiterter Komplexität verleiht.

Neu angepflanzte Reben auf Weinberg in Marienthal

Gereifte Spätburgunder

Wirklich interessant werden die Spätburgunder vom Marienthaler Trotzenberg nach mindestens zwei bis drei Jahren Reifung in der Flasche. Die Alterung in der Flaschen sorgt dafür, dass die noch etwas wilden Fruchtaromen gezähmt werden. Die fruchtigen Komponenten werden immer mehr von den mineralischen Aromen sowie neu entstandenen Tertiäraromen ausbalanciert.