Sonnenuntergang an der Mosel. Links vorne ist ein Felsen. In der Mitte im Tal ist der Ort Neumagen-Dhron mit einer Kirche. Rechts liegt der Weinberg Dhroner Hofberger. Oben sind große Wolken.

Dhroner Hofberger

Im Seitental der Dhron

Der Weinberg „Dhroner Hofberger“ befindet sich auf der Westseite von Neumagen-Dhron. Genauer gesagt bildet er die Grenze des Ortsteils Dhron. Der Dhroner Hofberger schmiegt sich entlang des gleichnamigen Flüsschens „Dhron“ vom Hunsrück aus bis zum Moselufer. Gerade die Parzellen oberhalb des Ortes bieten besondere Bedingungen. Vom Hunsrücker Mittelgebirge aus wehen kalte Winde entlang der Dhron sowie der Weinberge bis zur Mosel hinunter. Daher bezeichnen viele Mittelmoselaner das Seitental, in dem der Dhroner Hofberger liegt, gerne als die Ruwer oder Saar der Mittelmosel.

Gestein des Dhroner Hofbergers

Einige Bereiche des Weinbergs bestehen auch aus eisenhaltigen roten Schiefern. Dadurch kann durchaus eine Charakteristik entstehen, die an die Weine der Saar erinnert. In den Teilen ohne rote Schiefer entsteht eher eine Charakteristik, die an die Ruwer erinnert. Die Weine fallen durch knackige Apfel-, Zitrus- oder Weinbergspfirsischaromen auf. Diese Fruchtaromen sind durch eine spannende kräutrig-schiefrige Mineralität unterlegt. Schiefrig meint hier, dass die Weine an den Geruch von nassem Schiefergestein erinnern.

 

Weg und Mauer im Weinberg Dhroner Hofberg mit Regenwolken im Hintergrund beim Ort Neumagen-Dhron

Die Hänge oberhalb der Wege werden durch Trockenmauern aus Schiefergestein gestützt.

Blau-grauer Schiefer vom Dhroner Hofberger

Einige Bereiche des Dhroner Hofbergs bestehen aus zartem blauen Schiefergestein. Die rötlichen Elemente sind Eisenbestandteile.

Ältester Weinort

Nahe dem Ortsteil Dhron vom Ort Neumagen-Dhron soll einst Hagen von Tronje – die Sagenfigur aus dem Niebelungenlied – in einer Burg gelebt haben. Der benachbarte Ortsteil Neumagen erlangte schon zu Zeiten der Römer dank des Gelehrten und Schriftsteller Ausonius Berühmtheit. Neumagen-Dhron gilt heute als ältester Weinort Deutschlands. Davon zeugt das steinerne Römerschiff. Dieses bildet den Transport von Wein über die Mosel ab. Es ist auch als „Stella Noviomagi“ bekannt, was im Deutschen als der „Stern von Neumagen“ übersetzt werden kann.

Ausonius

Ausonius beschrieb Neumagen in seinem Werk “Mosella” wie folgt:

„Neumagen, die berühmte Burg des vergöttlichten Constantinus. Hier weht reinere Luft auf der Flur, hell strahlend erschließt Phöbus mit heiterem Licht den glänzenden Äther. Nun sucht man nicht mehr den Himmel, den dicht ineinander verschlungene Zweige mit grünem Dunkel verdeckten; nein, neidlos gewährt  die freie Luft des prangenden Bordeaux vor Augen: die hohen Gibel der Villen, erbaut über ragenden Ufern, rebengrüne Hügel, die lieblichen Fluten der Mosel, die murmelnd unten dahinströmt.“

Die Festung Konstantins

Die römische Festung Neumagens war zu Zeiten Konstantins ein wichtiges militärisches, wirtschaftliches sowie weinbauliches Zentrum an Mosel. Neben Trier soll sich Konstantin oft in Neumagen-Dhron aufgehalten haben. In Neumagen genoss er die Landschaft und den Wein genauso wie  es sein Gefolgsmann Ausonius tat. Letzterer verglich Neumagen sogar mit dem römischen Bordeaux. Von Neumagen aus plante auch Konstantin seine Feldzüge in den römischen Bürgerkriegen. Nach der Abdankung Diokletians im Jahr 305 n. Chr. war ein Machtvakuum im römischen Reich entstanden. So zog Konstantin in den Krieg, um dieses Vakuum auszufüllen.

Konstantinhöhe

Oberhalb von Neumagen auf der Anhöhe über der Neumagener Engelsgrube befindet sich die Konstantinshöhe. Dort soll Konstantin im Jahr 312 n. Chr. bevor er zur Schlacht an der Milvischen Brücke vor den Toren Roms gegen seinen Rivalen Maxentius zog, eine göttliche Vision gehabt haben. 

„In Hoc Signo Vinces“

In dieser wurde das legendäre Zitat „in hoc signo vinces“ verlautet. Dies bedeutet übersetzt: „Unter diesem Zeichen wirst du siegen“. Das Zeichen war ein christliches Kreuz. Noch in der Nacht vor der entscheidenden Schlacht soll Konstantin im Traum ein flammendes Kreuz mit der Inschrift „in hoc signo vinces“ erschienen sein.

Die Schlacht an der Milvischen Brücke

Daraufhin entschied er endgültig, dass seine Soldaten ein Kreuz auf ihre Schilde zeichnen sollten. Schließlich gewann das Heer Konstantins die Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312 n. Chr. Dies soll Konstantin von der göttlichen Kraft des Christentums überzeugt habt. Nur ein Jahr später wurde das Toleranzedikt von Mailand erlassen. Danach setzte sich das Christientum im römischen Reich durch.