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Piesport

Weinort umgeben vom Reben-Amphitheater

Ausgrabungen und Funde belegen, dass der Ort Piesport sehr wahrscheinlich einen keltischen Ursprung hat. Urkundlich erwähnt wurde der legendäre Weinbauort erstmals im Jahr 776/77 n. Chr. in einem „Pekarievertrag“ aufgeführt im goldenen Buch der Benediktinerabtei Prüm: „porto pigonto“. Dies bedeutet in etwa „Furt des Bigontus“, wobei hier „Port“ Furt bedeutet und „Pies“ von Mercurius Bigontius, einem römischen Lokalgott her ableiten lässt. im Laufe der Zeit jedoch veränderte sich dessen Schriftzug wie folgt:

776/77 „porto pigonto

1098 Pisport

1239 Piseport

1240 Pisport

1496 Peusport

1702 Piesport

Schon im goldenen Buch der Benediktinerabtei Prüm bestand ein Bezug zum Wein wie Dr. Kentenich beschrieb. Dabei wurden urkundlich belegt zwei kleine Piesporter Weinberge an den Prümer Abt übertragen.

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Im Tal liegt der Ort Piesport neben der Mosel. Daneben liegen steile Weinberge.

Der christliche Nachfolger des römischen Lokalgottes Mercurius Bigontius war der heilige Michael. Diesem wurden zahlreiche Kapellen in der Gegend von Piesport bis Trittenheim gewidmet. Man kann heute noch zahlreiche Kapellen in den Weinbergen finden und auch der Name der Großlage Michelsberg erinnert daran.

Spätestens nach den Niederlagen der Gallier gegen die Römer im 1. Jahrhundert nach Christus manifestierte sich die römische Herrschaft im Moseltal. Davon zeugt der römische Weinkelter unterhalb der Piesporter Weinberge.

Ausonius an der Mosel

Nachdem der römische Gelehrte Ausonius nach einer Reise den Rückweg von Bingen am Rhein nach Trier antrat, besuchte er auch Piesport. In seinem im Jahre 371 n. Chr verfassten Werk „Mosella“ beschrieb er das ovale Rebenamphitheater der Piesporter Weinberge wie folgt:

„Sie mir gegrüßt, du Strom,

dich preisen die Triften, (*Hier Anmerkung zur Bedeutung von Triften!)

dich die, die hier wohnen,

Du Strom, dich umrahmen

Die weintragenden Höhen.

Des Weinberges Gepräge bietet dem Blick sich dar

mit des Bachus köstlicher Gabe.

Wie ein natürliches Amphitheater

baut es sich auf.

Hoch reckt sich empor sein Kamm

Und überall schmiegt sich die Rebe

wie an den Fels, so an sonnige Höhen,

Halden und Mulden.“

(nach W. John)

Ausonius beschrieb einfühlsam, wie die Menschen in Piesport Weinbau, Baumwiesen und Äcker bewirtschafteten. Dies war noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts der Fall. Im Zuge dessen wurden dann auch Äcker in Weinberge umgewandelt. Diese befanden sich in den flachen Bereichen des heutigen Weinberges Piesporter Treppchens oder auf dem Hügelebenen oberhalb des Moseltales.

Man blickt auf den Fluss Mosel im Vordergrund. Dahinter befindet sich am rechten Ufer der Ort Piesport und das Weingut Reinholt Haart mit herbstlich bunten sowie steilen Weinbergen. Am blauen Himmel oben befinden sich einige Wolken.

Foto: Anette Hoss

Weinbau rund um Piesport

Das „Reben-Amphitheater“

Wer sich den Piesporter Weinbergen von der Hunsrückseite aus nähert, der erblickt eine monumental gewölbte Moselschleife samt imposanter Weinberge sowie den markanten Felsen der Moselloreley. In diesen steilen Hängen präsentieren sich einige der legendärsten Steilhänge entlang der Mosel. Moselriesling-Enthusiasten rund um die Welt denken dabei zuallererst an das weltweit berühmte „Piesporter Goldtröpfchen“, dem symbolträchtigen Herzstück der Piesporter Steilhänge.

Übersicht der Piesporter Weinlagen

Piesporter Goldtröpfchen

Fläche: 64,5 ha

Ausrichtung: Westen, Süden, Osten

Boden: blau-graue Schiefer mit Lehmbestandteilen

Die poetisch anmutende Bezeichnung „ein Tropfen, so wertvoll wie Gold“ ist jedem Weinfreund geläufig.

Piesporter Treppchen

Fläche: 281,5 ha

Boden: Blaue-graue Schiefer in den steilen Bereichen und Lehm sowie Löss in den flachen Bereichen

Das „Treppchen“ bedeutet Treppe, jedoch im Sinne von Terrassen. Es könnte zudem auf einen Terrassenartigen Weinbau im Steilhang hindeuten, den man indes eher in Richtung Koblenz vorfindet.

Piesporter Günterslay (gemeinsam mit Minheim)

Fläche: 25,1 ha

Ausrichtung: Süden, Osten

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen

Die Wörter „ginten“ und „lay“ bilden zusammengesetzt den Lagennamen. „Ginten“ soll aus dem Mittelhochdeutschen stammen und bedeutet „gewinnen“ oder im Kontext von Wein „für den Weinbau gewinnen“. „Lay“ stammt aus dem keltischen und trägt die Bedeutung „Schieferfelsen“.

Piesporter Falkenberg

Fläche: 30,6 ha

Ausrichtung: Süden, Westen

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen

Die Lagenbezeichnung verweist darauf, dass es ein Gebiet gegeben haben soll, wo Falken lebten. Der Piesporter Falkenberg befindet sich in den oberen Bereichen des Rebenamphitheaters am Rande eines Waldes.

Alte Weinbaukarte des Ortes Piesport an der Mittelmosel

Weinbaukarte des Ortes Piesport

Piesporter Domherr

Fläche: 4,2 ha

Ausrichtung: Süden

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen

Nachdem das Trierer Domkapitel im Jahr 1219 von der Abtei Mettlach das Patronatsrecht in Piesport erhielt, wurde der Weinberg in Domherr umbenannt.

Piesporter Schubertslay

Fläche: < 1 ha

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen

Ausrichtung: Südwesten

Piesporter Gärtchen

Ausrichtung: Süden

Fläche: ca. 1 ha

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen

Piesporter Kreuzwingert

Fläche: ca. 1 ha

Ausrichtung: Südosten

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen

Grafenberg (gemeinsam mit Neumagen-Dhron)

Fläche: ca. 7,7 ha

Ausrichtung: Südeosten & Osten

Boden: blau-grauer Schiefer mit Lehmbestandteilen und rote Konglomerate bzw. Sandstein

In den Steilhängen wird überwiegend Riesling angepflanzt – seit 1786 – nachdem der Trierer Kurfürst Wenzeslaus den Anbau der Rieslebend verpflichtend festlegte. In den flachen Bereichen entdecken wir darüber hinaus auch Spätburgunder, Dornfelder, Kerner und Müller-Thurgau.

Foto: Anette Hoss

Eine kurze Geschichte des Piesporter Weinbaus

Weinbau im römischen Reich

Im Jahre 70 nach Christus gewinnen die Römer bei Riol die entscheidende Schlacht gegen den letzten nennenswerten keltischen Widerstand. Mit der Folge, dass die Moselregion vollkommen unter die römische Herrschaft gestellt wird und die neuen Herren die Weinrebe an die Mosel bringen, um die Bewohner und die Soldaten der Region mit Wein zu versorgen. Nennenswerte Zeugnisse dieser Epoche sind das Weinschiff in Neumagen-Dhron, die römische Weinkelter in Piesport und die Schriften des Ausonius.

Mittelalter bis 1750

Nach dem Ende der römischen Epoche werden den Klöstern große Grundbesitze und Weinbergsflächen übertragen. Das Kloster Prüm ist einer der ersten Grundherren der Gemeinde Piesport und findet nachweislich in den Jahren 776 und 777 in schriftlichen Dokumenten Erwähnung. In der Epoche von 850 bis 1000 fördern die Karolinger den Weinbau beträchtlich, was auch Piesport zugutegekommen sein sollte. Karl der Große empfiehlt sogar ausdrücklich das Anlegen von Weinbergen an der Mosel. Umgesetzt werden diese Vorgaben von den regionalen Klöstern und Stiften. So berichtet dann schließlich Im 12. Jahrhundert Christian von Stramberg über den Rieslinganbau in Piesport. Nach dem 30-jährigen Krieg von 1618 bis 1648 und seiner verheerenden Folgen schrumpfte allerdings der Weinanbau an der Mittelmosel und in Piesport beträchtlich.

1750 bis 1800

Die Zeit der Rheingauinnovationen beginnt: Im Jahr 1775 wird die Edelfäule samt der Spätlese entdeckt. Diese Entdeckung kommt auch der kühleren Moselregion zugute. Wobei Piesport einen der wärmsten Orte der Mosel darstellt, weshalb man auch von den Rheinweinen der Mosel sprach. Fünf Jahre später folgte zudem die Verordnung des Trierer Kurfürsten Wenzeslaus zum Rieslinganbau.

1800 bis 1815

Die Franzosen übernehmen die Kontrolle

Zu Beginn des 19. Jhr. übernahmen die Franzosen die Kontrolle über das Moseltal. Ihre Herrschaft führte zu Veränderungen, die bis zum heutigen Tage noch spürbar wirken. Denn unter Napoleon werden die Klöster und Stifte großflächig enteignet., sodass Ihre Besitztümer und Weinberge in den Besitz von weltlichen Bürgern übergehen. Außerdem wird die französische Erbschaftsteilung eingeführt. Dabei wird das Erbe gleichmäßig unter allen Nachkommen aufgeteilt. Dies führt zu kleinteiligen Strukturen, die bis in die heutige Zeit hinein sichtbar sind.

Rechtliche Weinbau-Hemmnisse werden abgeschafft

Außerdem schafften die Franzosen viele rechtliche Hemmnisse im Weinbau ab, wodurch die mittelalterliche Feudalherrschaft beendet wurde. Mit dem Ergebnis, dass die einstigen Erbpächter Weinbergseigentümern wurden. Der größte Teil der Abgaben entfiel nun. Für den Weinbau bedeute dies, dass die alten und neuen Eigentümer mehr Zeit und Geld für Ihre Weinberge zur Verfügung hatten. Schließlich entfielen auch die weinspezifischen Abgaben wie die „grundherrlichen Teiltrauben“, das „kirchliche Zehnt“ (10% der Ernte wurden an die Kirche abgegeben), der „Lesezwang“ weitestgehend. Dadurch konnte der Lesetermin nun freier gewählt werden und auch die Weinbergsarbeit konnte unbehinderter ausgeführt werden.

Dessen ungeachtet wirkten sich diese Erleichterungen sich nicht sofort segenreich aus, da diese indes durch zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen und dem Bau von Militäranlagen zunichte gemacht wurden und weiterhin Zeit für den Weinbau fehlte. Zudem waren in den Kriegszeiten viele Weinbauflächen verwüstet worden.

Beschreibung

1815 bis 1850

Nachdem die Preußen dann schließlich ab 1815 die Kontrolle über das Moseltal übernahmen folgte ein turbulentes wirtschaftliches Auf und Ab. Nun wirkten sich allerdings die Errungenschaften der französischen Revolution, also das Ende der Feudalherrschaft sowie das Ende des Krieges, letztendlich positiv auf den Weinbau aus. Die reifefähigen Rieslinge des sogenannten Kometenjahres 1811 hatten den Grundstein dafür gelegt, auch den Piesporter Rieslingen einen Ruf von hoher Qualität im preußischen Reich zu verschaffen.

Der Beginn des qualitätsfokussierten Rieslinganbaus an der Mosel

Dies alles erlaubte auch eine geradezu unglaubliche Qualitätsinitiative. Bekannte Weinhersteller, welche diese Qualitätsfokussierung antrieben, waren laut Felix Meyers Werk „Weinbau und Weinhandel an der Mosel, Saar und Ruwer“ (1926, S. 30ff.) unter anderem das Klostergut Machern, welches man heute eher mit seinem einzigartigen Bier in Verbindung bringt.

Der Beginn des qualitätsfokussierten Rieslinganbaus an der Mosel

Weitere maßgebliche Weingüter waren H. h. Reiß zu Cröv, Böcking in Trarbach und H. J. Hayn aus Trier, die entschieden dem überkommenden Quantitätsanbau des Mittelalters ein Ende setzen wollten. Schrittweise aber konsequent schafften sie den üblichen gemischten Satz aus Riesling und Kleinberger (* Kleinberger kurz erläutern!)  schrittweise ab. Der gemischte Satz bedeutet, dass verschiedene Rebsorten in der gleichen Parzelle nebeneinander gepflanzt werden. Stattdessen setzten Sie vermehrt auf Parzellen, die nur mit Rieslingrebstöcken bepflanzt wurden. Nebenbei sei hier erwähnt, dass Piesport laut Felix Meyer schon zuvor eine der frühesten „Rieslinginseln“ an der Mosel war.

Damit begann eine Epoche in der Piesporter zu einem der weltweit begehrtesten Rieslinge wurde, womit Felix Meyer den Weinbauort unter allen noch einmal gesondert hervorhob: „Der Piesporter Wein vorzüglich seinen weltbekannten Namen verdankt“. Außerhalb der Spitzenlagen führte dies jedoch in schlechten Jahren zu sehr sauren Weinen, weshalb dort nach wie vor der gemischte Satz noch weitergeführt wurde. Dennoch, der Riesling setzte sich letztendlich auch deswegen durch, weil er im Gegensatz zum Kleinberger deutlich frostbeständiger war.

Zugang zum preußischen Markt & das glückliche Jahrzehnt bis 1818 bis 1828

Durch die Eingliederung der Moselregion in den preußischen Herrschaftsbereich erhielten die Moselwinzer im Zuge des Wiener Kongresses Zugang zu einem „weinarmen Markt. Dies ermöglichte Ihnen die Erschließung völlig neuer Absatzmöglichkeiten. Im Jahr 1818 erhöhte Preußen zudem die Zölle für die Einführung „nicht-preußischer Weine“. Dies kam den Winzern der Mosel und dem mit seinen sonnenverwöhnten Riesling-Spitzenlagen gesegneten Ort Piesport zugute. Schließlich entwickelte sich die Mosel zur führenden und ertragsreichsten Weinregion im preußischen Herrschaftsbereich. Dennoch litten gerade die kleinen Winzer unter den vielen schlechten Jahrgängen im nördlichen Moselweinanbaugebiet. Gleichzeitig wagten Sie den Übergang zum Qualitätsanbau nur sehr zögerlich, dies auch deswegen, da sogar schlechte Qualitäten abgesetzt werden konnten. Die Qualitätsoffensive hatte letztendlich beinahe nur bei den großen Weingütern gefruchtet. Dank guter Jahrgänge verbesserte sich deren wirtschaftliche Situation bis zum Jahr 1828 trotz einiger schwieriger Jahre deutlich, gerade im Vergleich zur Feudalzeit. Dies führte darüber hinaus durch Umwandlung vor allem von Ackerland, Obstwiesen und Viehweiden zu einer beträchtlichen Ausweitung von Weinbauflächen.

Fährwingert inmitten der Felsen des Moselloreley am Ufer des Flusses. Oben ist blauer Himmel.

Beschreibung

Der deutsche Zollverein vom 1828 bis 1857 und Karl Marx

Viele dieser neuen Weinbergsflächen, nutzten den guten Ruf des Moselweines in Preußen, aber keineswegs immer, um eine fundierte Qualitätsfokussierung anzuvisieren. Mit dem Eintritt Preußens in den deutschen Zollverein im Jahre 1928 wurden die Winzer der Mosel und des Ortes Piesport indes unvermittelt einem Wettbewerb ausgesetzt, für den viele nicht gewappnet waren. Der Rheingau und die süddeutschen Staaten hatten nunmehr Zutritt zum preußischen Markt erlangt, worunter insbesondere die minderwertigen oder durchschnittlichen Weinqualitäten unter einem enormen Preisverfall litten. Je nach Jahrgang sanken die Preise um bis zu über 80%.

Nicht unerwähnt bleiben darf dabei, dass schon zuvor der Qualitätsruf der Moselweine beschädigt worden war. Gerade wenn es um die Produktion von günstigen Massenweinen ging, konnten die Moselwinzer in ihren mühevoll zu bewirtschaftenden Steilhängen kaum im Preiswettbewerb gegen die Flachlagen der süddeutschen Staaten bestehen. Zudem hatten die süddeutschen Staaten klimatische Vorteile, weshalb der Wein dort auch in für den Weinanbau problematischen Jahren dennoch nicht „versauerte“, sondern noch genießbar war.

Karl Marx an der Mosel.

Hinzu kamen die großen Investitionen, die mit Schulden einhergingen, mehrere schlechte Jahrgänge in Folge sowie ein unausgereiftes preußisches Steuersystem. Diese Faktoren führten ein umfassendes Elend herbei, von dem auch die Piesporter Winzer nicht verschont blieben. Sie reagierten im Jahr 1854 mit der Gründung einer der ersten Weinbaugenossenschaften an der Mosel (Felix Meyer S. 88). Schließlich mussten die Piesporter Winzer ihre Weinfässer oft mehr als 8 Jahre lang lagern, um sie dann zu Spottpreisen zu verkaufen. Diese Genossenschaften hatten klare Qualitätsregeln. Die Piesporter Weinbaugenossenschaft war dabei eine der Wenigen, welche sich erfolgreich etablierte.

Der Trierer Journalist Karl Marx befasste sich umfassend mit dem Elend der Mosel. Dies initiierte seine Arbeit an dem Werk das Kapital, welches die Weltgeschichte bis heute bewegt. Denn die Probleme einer zunehmenden Ungleichheit mit fatalen Folgen für Gesellschaften in kapitalistischen Wirtschaftssystemen scheinen bis heute nicht gelöst zu sein, wie Thomas Pikettys Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ umfassend empirisch belegt hat.

Die Blütezeit des Moselweinbaus 1857 bis 1900

Erst mit dem guten 1857er Jahrgang begann sich die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Danach sollte, abgesehen vom Garibaldi-Jahrgang 1860, ein Spitzenjahrgang dem nächsten Folgen. Mit Fuderpreisen von 900 bis 1200 Talern zählten die Piesporter Rieslinge zu den teuersten der Region. Die Qualität der Rieslinge erreichte ein derartiges Niveau, dass all die Kostennachteile und die Bürokratie, kein Hindernis mehr darstellten, die wirtschaftliche und weinbauliche Entwicklung der Region voranzutreiben. Weine von Mosel, Saar und Ruwer erlangten schließlich Weltruf.

So wurden auf der Londoner Weltaustellung 1862 auch Piesporter Rieslinge ausgezeichnet. Dies war ebenso eine Folge der noch weiter verstärkten Qualitätsfokussierung, für die nun auch immer mehr Mittel zur Verfügung standen. Neue Reberziehungsarten erhielten Einzug in den Weinbau, im Qualitätsweinbau entwickelter sich ein rasanter technischer Fortschritt. Kurzum: Die Fokussierung galt der Qualitäts- und entschieden weniger der Ertragssteigerung.

1900 bis heute

Piesporter Rieslinge eroberten die Herzen der Weingenießer rund um die Welt, sodass schließlich  1906 ein Fass Piesporter für 25000 Goldmark ersteigert wurde, eine riesige Summen, die heute der gigantischen Summe von fast 320 000 € entsprechen würde! Der erste Weltkrieg, die folgende Weltwirtschaftskrise und der Zusammenbruch der Weinbaustrukturen durch den zweiten Weltkrieg hinterließen naturgemäß auch in Piesport ihre unübersehbare Folgen. Mit dem exzellenten 1949er Jahrgang, den Konrad Adenauer in Beilstein mit dem italienischen Ministerpräsidenten De Gaspery genoss, zeigten sich die Piesporter Weine trotz der extrem schwierigen Bedingungen wieder von ihrer besten Seite wie einst in ihren goldenen Zeiten. Dennoch hielt der Massenweinbau dem damaligen Zeitgeist „Viel und Billig!“ gemäß Einzug und es folgten Krisen sowie Skandale. Der Weinbau lag in den 1990er Jahren erneut am Boden. Inzwischen geht es indes langsam wieder bergauf.

Quellen & interessante Links

1. Meyer, Felix (1926): „Weinbau und Weinhandel an Mosel, Saar, Ruwer – Ein Rückblick auf die letzten 100 Jahre“. Erschienen in Görres-Druckerei Koblenz.

2. Schemer, Josef: Weinort Piesport. In Gemeinde Piesport (Hrsg.).

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Autor: Kenichi-Maximilian Pestemer / Max Pestemer

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Weine probiere ich am liebsten blind, um unvoreingenommen zu sein. Riesling & Frühburgunder verzücken mich immer wieder.

Zusammen mit meinem Vater Richard Pestemer genieße ich die Besuche bei den Winzern vor Ort.

Durch die Landschaftsfotografien von Weinanbaugebieten drücke ich meine kreativen und künstlerischen Phantasien bezogen auf die Welt des Weines aus.

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Kenichi-Maximilian Porträt im Garten Vinaet
Piesporter Goldtröpfchen Weinberg am Ufer der Mosel im Herbst.

Foto: Anette Hoss

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