Man erblickt drei Häuser mit Fachwerk-Fassaden am Marktplatz von Bernkastel-Kues. Unten sind Läden. Am blauen Himmel sind Wolkenschlieren.

Bernkastel-Kues

Eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten & mit berühmten Riesling-Weinen

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Geschichte

Bernkastel-Kues mit den Ortsteilen Bernkastel, Kues, Wehlen und Andel weist eine lange Geschichte vor und ist mit rund 7100 Einwohnern der größte Ort an der Mittelmosel. Bernkastel und Andel liegen am südlichen Ufer der Mosel, am gegenüberliegenden nördlichen liegen Kues und Wehlen. Die bekannteste Persönlichkeit des Ortes ist der Philosoph Nikolaus von Kues, auch bekannt als Cusanus.

Erste Besiedlung vor 3000 Jahren und Römer

Erste Funde, die auf eine Besiedlung hinweisen, stammen aus dem Jahr 3000 v. Chr. Eine erste gallisch-keltische Besiedlung wurde für 600 v. Chr. nachgewiesen. Die lange Geschichte des Weinbaus wird schon seit den römischen Zeiten nachgewiesen.

Am Fuße der heutigen Burg Landshut wurden Fundstücke entdeckt, die auf die Existenz eines römischen Kastells hinweisen. Dieses „Bernkastel“ mit den Größendimensionen von 60 mal 30 Meter wurde durch einen 500 Meter entfernten Vorposten unterstützt. Die dort entdeckten Münzfunde aus der konstantinischen Epoche stammen aus der Blütezeit der Region im römischen Zeitalter. Des Weiteren findet Bernkastel bei einem Geographen aus Ravenna als „Princastellum“ Erwähnung.

Mittelalter

Nachdem die Stadt in seiner Nachfolgegeschichte kurzzeitig dem luxemburgischen Fürstentum angehörte, geriet sie im Jahr 1277 unter die Herrschaft der Trierer Erzbischöfe. Kurze Zeit später – im Jahr 1291 – wurden „Berrincastel“ durch König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen.

1451 wurde der heutige Cusanustift als St.-Nikolaus-Hospital für die armen Bevölkerungsteile im heutigen Stadtteil Kues erbaut gegründet. 1505 wurde die Burg Landshut, welche über Bernkastel thront, zum ersten Mal erwähnt. Neben dem Weinbau wurden ab dem 15. Jahrhundert Erzbergwerke in Betrieb genommen.
Auf dem Foto sind Häuser mit Fachwerk-Fassaden am Karlsbader Platz in Bernkastel-Kues. Am blauen Himmel sind in der Mitte oben und links oben einige Wolken.
Im Vordergrund fließt der Fluss Mosel. In der Mosel spiegelt sich die Uferpromenade von Bernkastel-Kues. Die Uferpromenade liegt am gegenüberliegenden Moselufer. Rechts ist eine Brücke und ein Turm. Hinter den Häusern liegt der Weinberg Bernkasteler Doctor. Am oberen Ende des Weinberges sind Wälder. Der Himmel ist blau und teilweise bewölkt.

Uferpromenade von Bernkastel-Kues mit Weinberg Bernkasteler Doctor im Hintergrund.

Renaissance

1505 wurde die Burg Landshut, welche über Bernkastel thront, zum ersten Mal erwähnt. Neben dem Weinbau wurden ab dem 15. Jahrhundert Erzbergwerke in Betrieb genommen.

Die Pest wütete 1627 in Bernkastel und 1641 in Kues. Ein großes Feuer zerstörte im Jahr 1692 die Burg Landshut, die anschließend nicht mehr wiedererrichtet wurde und somit bis in die Gegenwart hinein im Dasein einer Ruine als das Wahrzeichen von Bernkastel-Kues weithin Berühmtheit erlangte.

Von Frankreich nach Preußen

In den Zeiten der französischen Revolution gerieten Bernkastel und Kues von 1794 bis 1814 unter die französische Herrschaft, bis sie im Jahr 1815 in Folge des Wiener Kongresses Preußen zugeschlagen wurden. Die heutige Brücke zwischen den Ortsteilen Bernkastel und Kues wurde von 1872 bis 1974 erbaut, und erst 1905 schlossen sich Bernkastel und Kues zu einem Ort zusammen.

Winzerprotest in Bernkastel-Kues

Der 25. Februar 1926 ist innerhalb der moselanischen Weinbaugeschichte ein höchst denkwürdiges Datum. 2000 Winzer protestierten in Bernkastel gegen ihre elendigen wirtschaftlichen Bedingungen, die unerträglichen steuerlichen Belastungen und die bürokratischen Schikanen, die ihresgleichen verglichen mit den meisten anderen Weinregionen suchten.

Empörte und verzweifelte Winzer stürmten das Finanzamt sowie das Zollamt in Bernkastel-Kues und vernichteten wutentbrannt alle Dokumente, deren sie habhaft werden konnten. Später wurden 29 Winzer vor Gericht gestellt, am Ende jedoch begnadigt.

NSDAP nutzt Notlage der Winzer aus

Wie so oft in der langen Geschichte der Moselwinzer, wurde das Moseltal von den Folgen des ersten Weltkrieges wirtschaftlich und politisch äußerst hart getroffen. In der Besatzungszeit durch Frankreich wurde der bis dahin geschützte deutsche Weinmarkt dem Wettbewerb von französischen sowie spanischen Weinen ausgesetzt, was zu einem rapiden Preisverfall der deutschen Weine einschließlich der Moselweine führte. Verschärft wurde diese Lage zudem noch durch die anschließende Weltwirtschaftskrise.
Die dadurch verursachte Not der Moselwinzer nutzte die NSDAP aus, um als vermeintliche Heilsbringer deren Unterstützung für den Aufbau der faschistischen Diktatur in Deutschland zu gewinnen. In den vom Hitlerregime herbeigeführten 2. Weltkrieg wurden Bernkastel-Kues und Wehlen mehrfach Ziel alliierter Bombenangriffe. Kurz vor dem endgültigen Kriegsende wurde Bernkastel eingenommen.
Im Vordergrund rechts fließt die Mosel. In der Mosel spiegelt sich die Uferpromenade. Am linken Ufer erkennt man Häuser des Ortes Bernkastel-Kues. Aa Hang hinter der Uferpromenade links befindet sich der Weinberg Bernkasteler Schlossberg zusammen mit Wälder. Oben auf dem Hang befindet sich die Burgruine Grevenburg. Am blauen Himmel sind viele Wolken.

Uferpromenade von Bernkastel-Kues mit Bernkasteler Schlossberg und Burgruine Landshut.

Weinkultur seit den Römern

Spätestens im Mittelalter wurden Bernnkastel und Kues gemeinsam zu einem Weinbauzentrum an der Mosel. Die Weinbaukultur wurde Anfang des 1. Jahrtausends nach Christus schon von den Römern an die Mosel gebracht. So wurde im Nachbarort Graach beim Josephshöfer eine antike römische Weinkelter-Anlage gefunden. Auch die Literaten Ausonius und Venantius Fortunatus beschrieben in ihren Schriften die Schönheit des Moseltals und die Weinkultur.

Weinbau Übersicht

Dabei verteilen sich der Weinberge, welche als Einzellagen bezeichnet werden, auf drei Großlagen. Im Westen gehört der Bernkasteler Schlossberg noch zur Kurfürstlay. Alle weiteren Lagen rund um Bernkastel-Kues werden der Badstube zugerechnet. Nördlich des Moselortes befindet sich die Großlage Münzlay. Dieser werden die Einzellagen des Ortsteiles Wehlen zugerechnet.

Die berühmtesten Weine kommen vom Bernkasteler Doctor und von der Wehlener Sonnenuhr. Beiden Weinbergen wird nachgesagt, dass sie sich auch heute nicht vor den besten Weinbergen Frankreichs oder Italiens verstecken müssen.

Weitere Top-Weinberge

Neben diesen beiden Lagen gibt es rund um Bernkastel zahlreiche weitere Toplagen. Der Kueser Kardinalsberg und der Kueser Weisenstein sind Schiefer-Steilhänge die schon bei den Preußen für einige Parzellen Top-Klassifizierungen erhielten. Auch die dritte Kueser Lage, der Kueser Rosenberg vermag hohe Qualitäten hervorzubringen.

Unterhalb der Burg Landshut in Bernkastel befindet sich der Bernkasteler Schlossberg. Im Nordosten Bernkastels beginnt mit dem Doctor ein nicht enden wollender Rebenhang mit Spitzenlagen. Neben dem Doctor liegt die Alte Badstube am Doctorberg. Es folgt der Bernkasteler Graben.

Daneben findet man das Bernkasteler Johannisbrünnchen. Es folgen die Bernkasteler Lay am Moselufer, das Bernkasteler Matheisbildchen. Nun schließen sich die Einzellagen des Ortes Graach an: Graacher Himmelreich, Graacher Domprobst, Graacher Abtsberg. Es folgen die Wehlener Sonnenuhr und die Zeltinger Sonnenuhr.

Flächen & Rebsorten

Diese Top-Flächen sind beinahe ausschließlich mit der Rebsorte Riesling bestockt. mInsgesamt werden rund um Bernkastel-Kues mehr als 150 Hektar Rebfläche insbesondere Weißwein-Rebsorten gepflanzt2. Der überwiegende Teil der Flächen ist dabei mit Riesling bepflanzt. Daneben findet man Müller-Thurgau, Weißburgunder oder Grauburgunder. Es gibt auch einige Parzellen mit Rotwein-Rebsorten wie z.B. Spätburgunder oder Dornfelder.

Klima

Die Weinbaugemeinde liegt gerade einmal 110 Meter über dem Meeresspiegel. Der Weinbauort befindet sich im Übergang zwischen dem maritimen Klima und dem Kontinentalklima. Die Durchschnittstemperaturen sowie vor allem die Temperaturen in den Vegetationsperioden inmitten der Steilhägen ermöglichen beste Bedingungen zum Riesling-Anbau. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen 9,8°C und 12°C3. Niederschläge zwischen 550 und 900 Millilitern unterstützen die Entwicklung der Trauben entscheidend mit. Dadurch war es dort seit dem römischen Zeitalter möglich Trauben regelmäßig ausreifen zu lassen. 

Exzellente Böden aus Devonschiefer

Der Begriff Terroir umfasst das allumfassende Interagieren von Menschen, Rebsorte, Klima und dem Boden. Die Böden aus dem Devon-Zeitalter sind dabei ein mitentscheidender Faktor, um den Weinen von der Mosel aromatische Eigenschaften zu verleihen. Dadurch wird die Herkunft der Weine schmeckbar.

Bei Riesling drückt sich das schmeckbare Element der Herkunft vor allem in der sogenannten Mineralität aus. Es geht um die Aromen von nassem Schiefer, das Steinige, das Salzige und auch um das Kräuter-Element. Gerade diese Schiefer-Mineralität sorgt für die besondere Typizität der Mittelmosel-Rieslinge. Außerdem überzeugen die besten Weine durch ein spannendes Spiel, also sich im Gaumen abwechselnde Aromen, und einen langen aromatischen Nachhall.

Toplagen & Top-Rieslinge geschätzt von internationalen Weinexperten

Unter Weinfans, Rieslingfans, internationalen Sommeliers und Experten wie Jancis Robinson, Hugh Johnson, James Suckling und vielen weiteren genießen diese Weinberge ein hohes Ansehen. Neben den klimatischen Bedingungen bieten die steilen Hänge aus blauen und grauen Schiefergesteinen Top-Voraussetzungen. 

Derzeit kommt der Klimawandel dem lokalen Weinanbau noch zugute. Das soll jedoch nicht heißen, dass es nicht schon heute Herausforderungen wie zum Beispiel lange Trockenperioden zu bewältigen gilt.

Côte d'Or Deutschlands

Aufgrund der Konzentration von Toplagen kann man den Weinbergsstreifen von Bernkastel-Kues bis Ürzig auch als das deutsche Pendant zu den Grand Crus der Côte d’Or im französischen Burgund ansehen. Dennoch, scheint es immer noch möglich zu sein, dass die Winzer an der Mosel gerade in der Breite, aber auch in der absoluten Spitze weiterhin in der Lage sind, das ihnen gegebene Potential der regionalen Spitzenlagen noch ergiebiger ausbauen zu können.

Im Vordergrund links befindet sich Bernkastel-Kues. Dahinter rechts liegt der Weinberg Kueser Weisenstein. Etwas weiter links liegt der Ortsteil Andel. Dahinter liegt der Weinberg Brauneberger Juffer Sonnenuhr. Es folgen weitere Weinberge und bewaldete Hügel. Der Himmel ist gelb-orange gefärbt. Oben erkennt man eine dunkel-blaue Wolke.

Weinberg Kueser Kardinalsberg im Vordergrund und Brauneberger Juffer im Hintergrund.

Am Abend wird ein Glas Riesling im Vordergrund genossen. Im Hintergrund befinden sich die Mosel, der Weinberg Kueser Weisenstein, weitere Weinberg und ein atemberaubender Sonnenuntergang.

Genuss eines Glas Riesling beim Sonnenuntergang an der Burg Landshut mit Blick auf eine Moselschleife.

Bernkastel-Kues Wein

Riesling

Auf den Steilhägen rund um Bernkastel-Kues und Wehlen findet man vor allem Riesling-Rebstöcke. Diese Rebsorte, welche dafür bekannt ist, einige der besten und tiefgründigsten Weißweine hervorzubringen, fühlt sich an der Mittelmosel pudelwohl. Auf den grauen, blauen und manchmal auch rötlichen sowie quarzit-haltigen Hängen entstehen fruchtige Weine aus Bernkastel-Kues von unvergleichbarer Mineralität.

Weingüter

In dieser Gegend an der Mittelmosel findet man einige der angesehensten Weingüter Deutschlands. Am bekanntesten ist wohl J.J. Prüm aus dem Ortsteil Wehlen. Dieses Weingut, welches primär sehr hochwertige und süße Rieslinge herstellt, erzielt Höchstpreise für Auslesen, Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen von der Wehlener Sonnenuhr. 

Riesling trocken wird immer besser

Zeiten, in denen Weine der Spitzenklasse meistens süß waren und nur von einigen wenigen Weingütern produziert wurden, sind längst vorbei. Mittlerweile gibt es immer mehr kleinere und noch unbekanntere Betriebe, denen es gelingt Spitzentropfen sowohl im süßen als auch im trockenen Bereich herzustellen! 

Zuletzt hat auch ein Riesling trocken vom Bernkasteler Doctor erstmals 100 Parker Punkte erhalten. Diesen trockenen Rieslingen kommt die Mineralität, welche von den Steilhängen und insbesondere den Schieferböden induziert wird, zu Gute. Denn gerade solche Rieslinge betonen die mineralischen Aromen noch mehr als ihre süßen Pendants.

Cusanusstift & Cusanusgeburtshaus

Auf dem Wege von Lieser nach Bernkastel erblickt man das Geburtshaus von Nikolaus von Kues. Dieser war auch als Nikolaus Cryftz oder Nikolaus Cusanus bekannt. Seine Eltern waren Johann und Katharina Cryftz, die es mit der Moselschifffahrten zu einem beachtlichen Wohlstand gebracht hatten.

Das Geburtshaus des Nikolaus von Kues ist heute weltweit bekannt als Cusanushaus. Dort wurde der kirchliche Denker im Jahr 1401 geboren. Es ist eine internationale Studienstätte mit zahlreichen Originaldokumenten des 15. Jahrhunderts zum Denken und Wirken des Nikolaus von Kues.

Nikolaus von Kues – der kirchliche Vordenker der Renaissance

Nikolaus von Kues gehörte zu den einflussreichsten kirchlichen Denkern des 15. Jahrhunderts. Dieses Jahrhundert lag an der Schwelle zwischen Mittelalter und der Neuzeit. Mit seinen Werken ermöglichte Cusanus den gedanklichen Übergang zur Renaissance. Damals begannen sich von Italien aus, die Ideen der Renaissance auszubreiten. Der Begriff entstammt dem Lateinischen und Französischen und bedeutet so viel wie Wiedergeburt.
Diese geistig-kulturelle Bewegung zielte darauf ab, sich auf die Werte der griechischen und römischen Antike zurückzubesinnen und somit in Anlehnung an die wissenschaftlichen, künstlerischen, literarischen und philosophischen Erkenntnisse des Altertums und der griechischen sowie römischen Antike eine neue aufgeklärte Zeit einzuleiten.
Im Vordergrund spiegelt sich das St. Nikolaus Hospital. Dieses ist auch als Cusanusstift bekannt und befindet sich am Ufer der Mosel in Bernkastel-Kues. Daneben erkennt man links in der Mitte eine Brücke und weitere Gebäude. Am hellen Himmel strahlt die Sonne durch die großen Wolken hindurch.

Cusanusstift vorne rechts am gegenüberliegenden Ufer.

Man blickt auf durch ein Gasse auf den Marktplatz von Bernkastel-Kues. Man erkennt die Fachwerk-Fassaden.

Studium

Schon im Jahr 1415 begann der junge Nikolaus mit dem Kunststudium in Heidelberg. Zwei Jahre später, im Jahr 1417, reiste er in das heutige Italien, um in Padua sein Studium fortzusetzen. 1423 schloss er sein Studium als Doktor der Dekrete ab. Im Jahr 1425 begann er in Köln unter Heymericus de Campo (1395-1460) das Studium der Philosophie und Theologie. Dort las er die Schriften von Aristoteles und Platon. Außerdem befasste er sich mit der mittelalterlichen Scholastik.

„Concordantia“

Schließlich kehrte er im Jahr 1427 nach Kues zurück. Dort arbeitete er als Sekretär des Trierer Erzbischofs. Der Aufenthalt in der Mosel-Heimat währte jedoch nicht lange. denn von 1431 bis 1449 wurde er nach Basel gesandt, um dort die Interessen Ulrichs von Manderscheid zu vertreten.

Im Jahr 1433 verfasste er das Werk „De Concordantia Catholica“. In dieser Schrift unternahm er den Versuch eine Übereinstimmung von theoretischer Philosophie und praktischer Politik herzustellen. Dieses Mantra wurde als „concordantia“ bekannt, was wörtlich so viel wie Übereinstimmung bedeutet. Politisch gesehen verfolgte es auch das Ziel die griechisch-orthodoxe Kirche mit der katholischen Kirche zu vereinen.

„Coincidentia Oppositorum“

Cusanus versuchte in seinem Denken die Verbindung zwischen dem platonischen und aristotelischen Denken der Renaissance mit der sogenannten negativen und positiven Theologie des Mittelalters herzustellen. Das entscheidende Prinzip ist dabei die „coincidentia oppositorum“, d.h. den letztendlichen Zusammenfall von augenscheinlichen gedanklichen Gegensätzen aufzuzeigen.

Die „coincidentia oppositorum“ wird dabei mit der „octa ignorantia“ kombiniert. Letztere ist an das sokratische Erkenntnisprinzip des Nichtwissens angelehnt. Die „octa ignorantia“ wird auch als „wissende Unwissenheit“ bezeichnet.

„De Pace Fidei“ – Der Fall Konstantinopels erweitert das Denken des Cusanus

Als Konstantinopel im Jahr 1453 an die Osmanen fiel, erweiterte Nikolaus von Cues sein philosophisches Denken. Anstatt seine Schriften ausschließlich auf das Christentum zu fokussieren, erweiterte er sie indirekt auch auf den Islam. 1453 veröffentlichte er das Werk „de pace fidei“. Es ging ihm dabei um die Zusammenführung unterschiedlicher Konzepte. Man könnte auch sagen, dass es ihm um die Zusammenführung von Christentum und dem Islam ging, ohne dabei die vorhandenen Eigenheiten und Unterschiede zu leugnen.

Er zeigte auf, dass es letztendlich nur eine Religion gäbe, die sich aber in verschiedenen „Bräuchen“ und somit in unterschiedlichen Ausformungen entäußert. Im späten Mittelalter gilt dies als einer der ersten philosophischen Ansätze zur religiösen Toleranz.

Gründung des Cusanusstift

Im Jahr 1458 wurde das Cusanusstift wahrscheinlich als Krankenhaus für Arme gegründet. Nikolaus von Kues und seine Familie vermachten der Stiftung Geld, um den Bau und die Kosten zu finanzieren. Anfangs war das Krankenhaus nur Männern zugänglich. Später wurde auch Frauen der Zugang gewährt. Nur sechs Jahre nach der Errichtung verstarb Nikolaus von Kues und wurde in Rom bestattet.

Der Marktplatz repräsentiert mit seinen Giebelfachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert und dem St. Michaelsbrunnen inmitten des Marktplatzes aus dem Jahr 1606 das touristische Zentrum Bernkastels. Das alte Rathaus im Renaissance-Still stammt aus dem Jahr 1608. In Richtung Graach im Norden des Ortes prangt das alte Graacher Tor aus dem 13. Jahrhundert als Überrest der mittelalterlichen Stadtmauer. Und die Weinbergslage neben dem Stadttor, das ist der weltweit unter den Riesling-Liebhabern allseits bekannte „Bernkasteler Doctor“.

Man sieht Häuser am Marktplatz von Bernkastel-Kues rund um den Michaelsbrunnen. Die Häuser haben Fachwerk-Fassaden. Oben ist noch etwas blauer Himmel.

Pfarrkirche St. Michael

Ein wenig weiter unterhalb des Moselufers bereichert der Glockenturm der katholische Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian die Silhouette der Weinmetropole Bernkastel-Kues. Das Bauwerk stammt aus dem 14. Jahrhundert und noch heute sind einige originale Baubestandteile wie z. B. der Chor im spätgotischen Stil erhalten. Die heutige Barockfassade wurde 1968 restauriert.
Vorne links ist ein Haus mit Fachwerk-Fassade. In der Mitte ist ein Haus mit Schiefer-Mauern. Rechts ist ein größeres weißes Gebäude mit roten Fensterrahmen. Das Dach ist aus blauem Schiefer. Dahinter ragt der Turm der Pfarrkirche St. Michael in den blauen und bewölkten Himmel von Bernkastel-Kues empor.

Burgruine Landshut

Die Burgruine Landshut überragt einzigartig den Ortsteil Bernkastel. Die Burg Landshut diente einst den Trierer Erzbischöfen als Sommerresidenz, die wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhundert auf den Fundamenten des alten römischen Bergkastells errichtet wurde. Die geschah unter der Ägide des Trierer Erzbischofs Heinrich von Fistingen. Der Name Landshut stammt aus dem Jahr 1505. Die Burgruine ist heute mit seinem Café eine attraktiver Besuchsort mit seinem weitem Panoramablick über das Moseltal.
Oberhalb von Bernkastel-Kues liegt die Burgruine Grevenburg. Runde im die Grevenburg ist blauer Himmel mit einigen Wolken.

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Autor: Kenichi-Maximilian Pestemer / Max Pestemer

In Vinaet.de verwirkliche ich meine Passion für das Thema Wein und möchte Sie daran teilhaben lassen.

Weine probiere ich am liebsten blind, um unvoreingenommen zu sein. Riesling & Frühburgunder verzücken mich immer wieder.

Zusammen mit meinem Vater Richard Pestemer genieße ich die Besuche bei den Winzern vor Ort.

Durch die Landschaftsfotografien von Weinanbaugebieten drücke ich meine kreativen und künstlerischen Phantasien bezogen auf die Welt des Weines aus.

Ich freue mich über Ihr Feedback als Besucher. Schreiben Sie mir gerne an info@vinaet.de. An vielen Stellen habe ich das Besucher-Feedback schon einfließen lassen.

Kenichi-Maximilian Porträt im Garten Vinaet

Quellen & interessante Links

1. Kultur Datenbank: Kues, Stadt Bernkastel-Kues.

3. Agrarmeterologie Rheinland-Pfalz: Wetterstation Bernkastel-Kues.

Am Abend blickt man auf den Ort Bernkastel-Kues, die Mosel und die dahinter liegenden Weinberge. Am Himmel sind lila Wolken.